Hamburger Lehrer unter Verdacht : Jungen bei Klassenfahrt auf Sylt missbraucht?

Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen einen Klassenlehrer. Foto: Reußner
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Schwere Missbrauchsvorwürfe gegen einen Klassenlehrer. Foto: Reußner

Es sind schwere Vorwürfe: Ein Hamburger Lehrer soll bei einer Klassenreise auf Sylt mehrere Jungen missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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21. Juni 2013, 09:45 Uhr

Hamburg | Ein Hamburger Lehrer steht unter Verdacht, mehrere Jungen bei einer Klassenfahrt auf der Nordseeinsel Sylt sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann, wie Behördensprecherin Nana Frombach am Mittwoch erklärte. "Wir stehen aber noch ganz am Anfang."
Wie viele Kinder betroffen sein könnten, blieb zunächst unklar. Der Pädagoge war in der vergangenen Woche mit der fünften Klasse eines Gymnasiums in dem Jugenderholungsheim Puan Klent auf Sylt.

"Trotzdem gilt natürlich die Unschuldsvermutung"

Der Lehrer sei beurlaubt, hieß es bei der Schulbehörde. "Als uns die Vorwürfe am Freitag bekannt geworden sind, ist er sofort aus dem Unterricht geholt worden", sagte Sprecher Peter Albrecht. "Trotzdem gilt natürlich die Unschuldsvermutung." Der Lehrer arbeite schon länger an der Schule. Das Gymnasium habe mit der Beratungsstelle Gewaltprävention Kontakt aufgenommen, die Klasse werde von Psychologen betreut.
Medienberichten zufolge sollen einige Eltern ihre Kinder von der Insel abgeholt haben. Manche sollen Anzeige erstattet haben. Wie viele Anzeigen vorliegen, konnten Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst nicht sagen. Die Ermittler wollten noch am Mittwoch mit Befragungen beginnen, sagte Frombach.

"Ein schwieriger Zwischenfall, der sehr bedauerlich ist"

Martina Affeldt, die Puan Klent seit Anfang diesen Jahres leitet, zeigt sich von den Vorwürfen gegen den Hamburger Lehrer betroffen. Den Mitarbeitern des Jugenderholungsheims hätten im Zusammenhang mit der fünften Klasse des Immanuel-Kant-Gymnasiums "keine Auffälligkeiten" berichtet. Medienberichte, nach denen Teile der Klasse vorzeitig von ihren Eltern abgeholt wurden, kann sie nicht bestätigen.
Affeldt betont zudem: "Wir betreuen die Kinder in Puan Klent nicht. Wir stellen den Schulen lediglich Equipment zur Verfügung, damit die Klassen auf Klassenfahrt gehen können." Wenn das Jugenderholungsheim in den Dünen zwischen Rantum und Hörnum so wie in der vergangenen Woche voll belegt ist, sind dort 400 Kinder und Jugendliche untergebracht.
Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) erklärte: "Ich darf sagen, das ist ein schwieriger Zwischenfall, der sehr bedauerlich ist. (...) Ich darf Ihnen umgekehrt aber auch sagen, bei 21.000 Lehrkräften (...) ist das nicht das erste Mal in Hamburg, und deswegen gibt es hier sehr, sehr klare Abläufe, die sehr klar geregelt sind."

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