"Jugend forscht" : Junge Schlauköpfe im Landeshaus

Beim Bundesfinale von "Jugend forscht" in Kiel hoffen Teilnehmer aus Rendsburg und Husum auf den Sieg.

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21. Mai 2011, 09:37 Uhr

Kiel | Der schleswig-holsteinische Landtag platzt derzeit vor Wissen nur so aus allen Nähten. Beim Bundesfinale des Wissenschaftswettbewerbs "Jugend forscht" präsentieren insgesamt 195 Nachwuchsforscher von elf bis 21 Jahren ihre insgesamt 110 Projekte. "Klein, aber oho" - dieses Motto könnte für Schleswig-Holstein dabei gelten: Mit vier Teilnehmern stellt das nördlichste Bundesland zwar die kleinste Fraktion, aber Mandy Lenz (21) aus Rendsburg sowie das Husumer Trio Alexander Kuschel (18), Jannick Prechel (19) und Kevin Neumann (19) brauchen sich mit ihren Projekten nicht vor der Konkurrenz zu verstecken.
Zwei Etagen des Landeshauses sind vollgestopft mit innovativen Ideen junger Leute und dem was daraus entstand. Manch ein Projekt wirkt auf den Laien sehr theoretisch und schwer verständlich, manch anderes dagegen praktikabel und einfach umsetzbar. Während andere Teilnehmer sich ihre Getränke holen müssen, haben die drei Jungs aus Husum eine kalte Limonade immer parat. Zehn Grad kalt ist es in ihrem selbst entwickelten Kühlschrank, der lediglich mit Luft und Wasser kühlt. "Kurz vor dem Finale ist unsere alte und bessere Pumpe für den Luftkreislauf kaputt gegangen. Mit der hatten wir noch bessere Ergebnisse erzielt", sagt Alexander Kuschel. Für ihren Projektkurs "Regenerative Energien" hatten er und seine zwei Forscher-Kollegen sich an die alternative Kühlungsmethode gemacht.
Carstensen wollte die Cola nicht
Im Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" setzten sie sich gegen andere Projekte ihrer Schulkameraden von der Hermann-Tast-Schule durch. "Kurz zuvor haben wir dafür die Halbjahresnoten bekommen. Die der anderen waren zum Teil besser. Da sieht man mal, wie Lehrer benoten", kann sich Kevin Neumann einen ironischen Seitenhieb nicht verkneifen. Als Ministerpräsident Peter Harry Carstensen bei einem Presserundgang die drei Husumer besuchte, zeigte er sich beeindruckt von deren Erfindergeist. "Er hat sich auch für uns gefreut, da er dieselbe Schule besucht hat wie wir. Die kalte Bio-Cola aus dem Landtag, die wir im Kühlschrank hatten, wollte er aber nicht haben", erzählt Jannick Prechel. "Vielleicht wäre ein Bier ja besser gewesen", mutmaßt Kevin Neumann mit einem Schmunzeln. Egal, ob das Trio einen Preis gewinnt - etwas zu feiern haben sie am Freitag schon, den am Morgen hatten sie ihre guten Abiturnoten bekommen.
Mandy Lenz hat das Abitur schon seit 2009 in der Tasche und ihr Projekt als besondere Lernleistung zur Abi-Verbesserung gestartet. Im Gettorfer Tierpark untersuchte sie das Verhalten von Berberaffen sowie deren Lernleistung mit Hilfe von Futterversuchen. "Ich hätte nie damit gerechnet ins Finale von Jugend forscht zu kommen. Für mich stand und steht der Spaß im Vordergrund", sagt die Rendsburgerin. Auch bei ihr war Peter Harry Carstensen und ließ sich das Projekt genau erklären. "Bei den Versuchen stellte sich heraus, dass das Alphatier Otto nicht der schnellste und fleißigste Affe war. Als ich Herrn Carstensen sagte, dass der Chef manchmal etwas träge ist, hat er das zum Glück nicht auf sich bezogen", sagt Mandy Lenz.
Noch bis Sonnabendnachmittag machen sich die "Jugend forscht"-Juroren ein Bild von den vielen anspruchsvollen Arbeiten. Am Sonntag werden dann im Beisein von Bundespräsident Christian Wulff im Kieler Schloss die Preise verliehen.
(os, shz)

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