Bahn-Unfall : Jetzt kommen die Russenloks

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Ein schwerer Bahnunfall bei Kolding auf der Hauptstrecke Kopenhagen-Fredericia-Flensburg zeigt Folgen für den Betrieb im nördlichen Schleswig-Holstein.

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04. Dezember 2012, 11:14 Uhr

Flensburg | Südlich des Ortes Vamdrup waren auf einem eingleisigen Abschnitt Waggons eines Güterzuges aus den Schienen gesprungen und hatten die Trasse auf sieben Kilometern Länge zerstört. Damit müssen für vermutlich eine Woche Ausweichstrecken herhalten.
Problematisch ist dies vor allem für den Güterverkehr von Schweden nach Mitteleuropa mit bis zu 2000 Tonnen schweren Zügen. Diese werden jetzt auf die Westküstenbahn über Tondern und Niebüll umgeleitet. Die Züge sind jedoch zu schwer für die Kanalbrücke Hochdonn, und wegen fehlender Oberleitung müssen die Elektroloks gegen Dieselloks ausgetauscht werden. Dafür werden jetzt die lauten und abgasreichen Maschinen der Baureihe 232 eingesetzt, die einst die DDR-Reichsbahn von russischen Werken kaufte - Spitznamen: "Russenloks" oder "Taigatrommel".
Auf der Westküstenbahn wird die Nachtruhe für die Stellwerke aufgehoben, weil die Güterzüge nachts rollen. Um Hochdonn zu umfahren, werden die Güterzüge in Husum nach Jübek bei Schleswig geleitet und von dort über Rendsburg nach Hamburg.

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