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Überdurchschnittliche Zahlen : Jeder fünfte Mann in SH stirbt durchs Rauchen

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Um Todesfälle durch Tabakkonsum einzudämmen, plant die Bundesregierung jetzt ein absolutes Werbeverbot.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2015 | 20:33 Uhr

In Schleswig-Holstein sterben überdurchschnittlich viele Menschen durchs Rauchen. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten neuen „Tabakatlas“ der Bundesregierung und des Deutschen Krebsforschungszentrums hervor. Demnach ist im nördlichsten Bundesland bei den Männern mehr als jeder fünfte Todesfall – 20,9 Prozent – aufs Rauchen zurückzuführen, bei den Frauen jeder elfte – 9,2 Prozent. Deutschlandweit liegen die Quoten bei 19,7 und 7,8 Prozent. Am niedrigsten sind sie in Bayern und Baden-Württemberg.

„Die Zigarette ist und bleibt ein Giftgemisch, mit dessen Konsum eine schwere Gesundheitsgefährdung einhergeht“, kommentierte die Krebsforscherin und Autorin des Tabakatlas’, Martina Pötschke-Langer, die Daten. Durch Rauchen würden vor allem Lungenkrebs sowie Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen verursacht, aber auch Diabetes.

Die hohen Zahlen für den Norden sind nicht völlig überraschend – denn in Schleswig-Holstein rauchen auch überdurchschnittlich viele Menschen. 24 Prozent der Über-15-Jährigen greifen regelmäßig zur Zigarette, weitere drei Prozent gelegentlich. Immerhin ist die Zahl der Raucher landes- wie bundesweit rückläufig. So rauchten in Schleswig-Holstein Ende der Neunziger Jahre noch 27 Prozent regelmäßig und vier Prozent gelegentlich.

Die Kieler Gesundheitsministerin Kristin Alheit freute sich über den Rückgang. „Das ist eine Bestätigung für Aufklärung und Prävention und zugleich Ansporn für weitere Anstrengungen“, sagte die SPD-Politikerin. In Schleswig-Holstein gibt es die Vorbeugeprogramme „Be smart, don’t start“, an dem zuletzt 377 Schulklassen teilgenommen haben, sowie „Ich brauch’ das nicht!“, bei dem Auszubildende eine Prämie erhalten, wenn sie ein Jahr lang ohne Zigaretten durchhalten.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, kündigte außerdem ein absolutes Verbot für Tabakwerbung an. Noch ist Deutschland außer Bulgarien das einzige EU-Land, das noch Außenwerbung für Zigaretten erlaubt. Mortler sagte, dass das Bundeskabinett ein Verbotsgesetz bereits diese oder nächste Woche beschließen werde. Wann das Werbeverbot in Kraft tritt, ließ sie allerdings offen: „Ich kann mir vorstellen, dass es hier sicherlich eine Übergangszeit gibt.“

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