Karneval im Norden : Jecken in SH starten in die fünfte Jahreszeit

Beste Stimmung in Schleswig-Holsteins Karnevals-Hochburg Marne.
Beste Stimmung in Schleswig-Holsteins Karnevals-Hochburg Marne.

Närrisches Treiben gibt's nicht nur an Rhein und Main. Auch im Norden feierten am Montag viele Jecken den Karnevalsbeginn.

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11. November 2013, 17:06 Uhr

Marne/Lübeck | Mit einem karnevalistischen Weckruf sind die Jecken in Schleswig-Holstein am Montag in die „fünfte Jahreszeit“ gestartet. In Lübeck stürmten die Narren pünktlich um 11.11 Uhr in das Rathaus und übernahmen symbolisch bis zum Aschermittwoch die Herrschaft in der Stadt. Mit dem Schlachtruf der Lübecker Karnevalisten „Lübeck ahoi“ startete Stadtprinz Marcel III. in die neue Saison. Ein Jugendprinzenpaar habe das aus sechs Karnevalsgesellschaften bestehende Komitee Lübecker Karneval wegen fehlender Bewerber nicht küren können, sagte der Moderator der Veranstaltung, Reinhold Dose.

Solche Nachwuchssorgen kennt man in Schleswig-Holsteins Karnevalshochburg Marne im Kreis Dithmarschen nicht. Im Gegenteil: „Damit auch die Schüler mitmachen können, wird das Rathaus traditionsgemäß erst am Nachmittag gestürmt“, erklärte der Präsident der Marner Karnevals-Gesellschaft, Heiko Claussen. Um die 100 närrische Teilnehmer wurden zu der Aktion erwartet.

In Kiel blieb das Rathaus am Montag eine karnevalsfreie Zone, wie eine Stadtsprecherin sagte. In der Landeshauptstadt übernehmen die Narren traditionell erst am ersten Samstag im Januar die Regierungsgeschäfte und das Kieler Prinzenpaar den Rathausschlüssel. Höhepunkt des Kieler Karnevals ist am 11. Januar der festliche Prinzenball im Kieler Schloss. Stattdessen feierte das „Kieler Komitee Karvenal“ - der Zusammenschluss von elf Karnevalsvereinen - am Montag in der Gemeinde Ottendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) den Beginn der närrische Session mit einem Umtrunk.

Der „Norddeutsche Karneval-Verband“ (NKV) zählt heute mehr als 30 Vereine mit 4000 Mitgliedern aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Er wurde 1954 gegründet, da Rheinländer und Süddeutsche die Norddeutschen nicht in ihrem „Bund Deutscher Karneval“ (BDK) mitmachen lassen wollten. Sie sprachen den „Fischköppen“ karnevalistisches Brauchtum ab. Die Vereinigung kam 1960, als der bundesweite Verband den norddeutschen als Mitglied aufnahm.

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