Rockerclub "Mongols" : In Kiel droht ein neuer Rocker-Krieg

Was viele Polizisten längst befürchtet haben, ist jetzt Gewissheit: Der Rockerclub "Mongols" hat ein neues Standbein im Norden - in Kiel.

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22. Juli 2011, 10:09 Uhr

Kiel | Der Club wurde erst vor wenigen Wochen nach zahlreichen gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der verfeindeten "Hells Angels" in Bremen verboten. Seit einigen Tagen wird nun die Entstehung eines Chapters (Ortsverbands) in Kiel auf einer Internet-Seite des Clubs gefeiert.
Uwe Keller, Sprecher des Landeskriminalamtes, bestätigte die Entwicklung. "Ja, das Chapter der Mongols Kiel wurde gegründet", erklärte er. Als sicher darf gelten, dass die neue Gang genau die Probleme in die Landeshauptstadt tragen wird, die in Bremen immer wieder für Großeinsätze sorgten: "Die Feindschaft der Mongols mit den Hells Angels hat Tradition", erläuterte Keller und kündigte an, dass die Polizei alles genau beobachten und "mit niedriger Toleranzschwelle auf Straftaten reagieren" werde.
Kontakte in die Landeshauptstadt haben die "Mongols" schon lange
Die "Mongols" stehen ihren seit Jahren ortsansässigen Kontrahenten in Kiel nicht allein gegenüber. Sie pflegen offenbar seit einiger Zeit eine Freundschaft mit den "Tigers", die seit Herbst 2010 in Kiel-Gaarden aktiv sind und außerdem vor Kurzem ein Clubhaus in Pinneberg eröffnet haben. Während sich bei den "Mongols" nach Angaben der Ermittler viele Mitglieder eines bundesweit vertretenen libanesischen Clans finden, sind bei den "Tigers" viele türkischstämmige Männer dabei.
Kontakte in die Landeshauptstadt haben die "Mongols" schon lange. Bereits im Oktober 2010 soll eine Abordnung angereist sein, um die Lage zu sondieren. Damals konnten die "Hells Angels" eine Ansiedlung wohl noch verhindern. Doch der Kontakt nach Kiel riss nicht ab: Im April wurden Bremer "Mongols" zu einem Grillfest der "Tigers" eingeladen.
Friedliche Koexistenz scheint gefährdet
Ob die "Tigers", die bisher in der Landeshauptstadt von den "Hells Angels" mehr oder weniger geduldet wurden, jetzt ebenfalls den Konflikt mit den "Höllenengeln" suchen werden, bleibt abzuwarten. Einiges deutet jedoch darauf hin, dass die friedliche Koexistenz längst gefährdet ist: Bereits im Februar soll es eine Auseinandersetzung mit Türstehern aus "Hells Angels"-Kreisen gegeben haben.
Beim "Mongols MC" handelt es sich um eine weltweit agierende Organisation mit Hauptsitz in Kalifornien. Gegründet wurde der Rockerclub, der immer wieder mit Straftaten in Zusammenhang gebracht wird, im Jahr 1969.
(mor, shz)

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