Kompetenznetzwerk : In Asien schlemmen wie an der Ostsee

Innovationen und internationale Märkte sollen die Ernährungsbranche - Schleswig-Holsteins zweitgrößte Branche - voranbringen.

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13. August 2011, 11:55 Uhr

flensburg | Von der Krabbe bis zum Hering, von der Käsestraße bis zum Gourmet-Festival. Mit seinen kulinarischen Genüssen punktet das Urlaubsland Schleswig-Holstein, gerade bei schlechtem Wetter. Die Ernährungsbranche zwischen Nord- und Ostsee steht vor großen Herausforderungen, aber auch großen Chancen. Diese waren das Thema des Besuchs von Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf gestern im Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft Schleswig-Holstein (KNE). Dieses spinnt unter dem Dach der IHK Flensburg zwischen Märkten, Wirtschaft, Forschung und Politik ein Netzwerk, das die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Schleswig-Holsteins zweitgrößter Wirtschaftsbranche stärken soll.
Zu den Chancen zählt die Eroberung internationaler Märkte - zum Beispiel China. Vor wenigen Jahren noch als nach Medizin schmeckend verschmäht - zählt Lübecker Marzipan heute für immer mehr junge Chinesen zu den westlichen In-Produkten. Auch in Russland und Brasilien soll das Prädikat "Made in Schleswig-Holstein" künftig stärker punkten.
"Zur Unterstützung des KNE wünschen wir uns eine enge Anbindung ans Ministerium", sagte Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein. "Wer arm ist, muss schlau sein", antwortete Juliane Rumpf mit Blick auf die leere Landeskasse. So schlau, wie viele innovative Ideen aus der Ernährungsbranche. "Wir können auch stolz sein auf saubere Luft, sauberes Wasser, sehr gute Ausbildung und Beratung", betonte Rumpf. Auch den wachsenden Markt der Gesundheitsfördernden Lebensmittel bediene das Land.
Neben Pluspunkten gibt es Problemfelder, die - wie jüngst bei einem Fisch verarbeitenden Unternehmen in Dithmarschen - zur Aufgabe führen. Weniger Konsumenten, zu wenig Fachkräfte und steigender Konkurrenzdruck - darauf müssen laut Flensburgs IHK-Präsidenten Uwe Möser Antworten gefunden werden. Auch die Entwicklung der Rohstoffpreise beschäftigt die Branche. Doch mit guten Ideen, Marktnähe und dem KNE sei die Ernährungswirtschaft laut Bösche zukunftssicher.
Innovative Produkte brauchen innovatives Marketing. "Emotionen müssen geweckt und ein regionaler Bezug geknüpft werden", sagt Möser. Beides ist der Flensburger Brauerei gelungen, die Juliane Rumpf vor ihrer Abfahrt besichtigte. Ein "Flens" dürften sich an diesem Wochenende auch viele zum Abschluss der Ferien gönnen.

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