Helga Feddersen : Immer wieder ulkig

Ausverkauft - zu Helga-Feddersens Zeiten war die Vorstellungen im Theater am Holstenwall oft ausverkauft. Jetzt soll die Bühne geschlossen und das Haus zu einem Hotel umgebaut werden. Foto: Worlitz
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Ausverkauft - zu Helga-Feddersens Zeiten war die Vorstellungen im Theater am Holstenwall oft ausverkauft. Jetzt soll die Bühne geschlossen und das Haus zu einem Hotel umgebaut werden. Foto: Worlitz

Kurz vor ihrem Tod hat Olli Maier die Volksschauspielerin Helga Feddersen geheiratet. Jetzt wurde er erstmals zu seinem Leben mit ihr befragt.

shz.de von
09. März 2008, 05:33 Uhr

Ellerdorf/Nieblum | Krönchen, Nippes Marmorköpfe - der Schauspieler und ehemalige Theaterdirektor Olli Maier packt Kisten ein und Kisten aus. Er ist dabei, etappenweise seinen Umzug von Palma de Mallorca nach Berlin zu meistern. Mit viel Eigenleistung. "Ich werde nächste Woche 63, da schleppen sich Möbel und Kartons nicht mehr so leicht, wie mit 40"

Verstaut sind auch noch viele Erinnerungsstücke an Helga Feddersen. 15 Jahre war Olli der Mann an ihrer Seite, auf der Bühne und privat. Geheiratet haben beide 1990, kurz vor Helgas Tod. Seitdem kümmerst sich der Witwer, der nach einer Adoption den bombastisch klingenden Namen "Reinhard Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen" führt, um den künstlerischen Nachlass seiner Frau.
"Manchmal ist es, als wäre sie nie fortgegangen," sinniert er. Damit meint er Momente wie erst kürzlich: Da lachten Helga und er auf einem riesengroßen Foto die Leser einer Hamburger Boulevardzeitung an. Im Text wurde die Schließung des "Theaters am Holstenwall" betrauert, eine Spielstätte, die durch das Gespann Helga & Olli" goldene Zeiten erlebt hatte. Oder Abende wie heute, an denen der einst ungemein beliebten Volksschauspielerin im Fernsehen wieder einmal ein Denkmal gesetzt wird.
Um 20.15 Uhr zeigt der NDR eine neue Helga-Feddersen-Dokumentation. Lustig wie immer darf die Ulknudel dann erneut in ihren unvergessenen Sketchen brillieren. Aber es wurde nicht nur tief ins Archiv gegriffen. Auch ihr Witwer wurde dazu aktuell Tage in Berlin interviewt. "Man hat mich wie einen König in der Orangerie von Schloss Charlottenburg auf einen Thron gesetzt." Dass er sich überhaupt zu seiner Frau äußern darf findet er "sehr bemerkenswert". "Meistens kamen in Filmen über Helga nur ihre sogenannten Wegbegleiter zu Wort oder vermeintliche Freunde. Sie alle brüsten sich mit detaillierten Wissen aus unserem Leben. Nur - keiner dieser Leuten ist jemals privat Gast bei uns zu Hause gewesen."
Als ähnlich "konstruktiv" stuft er den Vorschlag eines Fans ein, in Hamburg ein "Helga-Feddersen-Erinnerungs-Stübchen" einzurichten. "Was soll da denn rein?", fragt Prinz Olli. Er ist der einzige, der an einem geheimen Ort noch Hunderte von Souvenirs hütet, die seiner verstorbenen Frau gehört haben. "Die Sachen stammen alle aus unseren ehemaligen Häusern in Hamburg, in Ellerdorf bei Neumünster und in Nieblum auf Föhr. Doch bisher hat mich niemand gefragt, ob ich davon etwas rausrücke."

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