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Blitzer und Radarwagen : Immer weniger Verkehrsverstöße in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Blitzer und Radarwagen verzeichnen von Jahr zu Jahr weniger Verstöße im Straßenverkehr.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 10:50 Uhr

Kiel | In Schleswig-Holstein ist die Zahl der registrierten Verkehrsverstöße in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gesunken. Ermittelte die Landespolizei 2011 durch Blitzer und Radarwagen 650.000 Vergehen, waren es 2012 nur noch 630.000 Verstöße und im vergangenen Jahr sogar nur 615.000. Den genauen Grund dafür kennt die Polizei nicht. „Die Zahl unserer jährlichen Einsätze, die man zu den Verstößen in Relation setzten müsste, wird statistisch leider nicht erfasst“, erklärt Jürgen Börner, Sprecher des Landespolizeiamts.

Eine mögliche Erklärung für die niedrigen Zahlen von 2013: Viele Beamte waren rund um die Uhr an den Kontrollpunkten zur für Lkw gesperrten Rader Hochbrücke im Einsatz. „Es ist vorstellbar, dass sich dadurch die Zahl der Kontrollen auf anderen Straßen reduziert hat“, so Börner. Ebenso denkbar: Die Blitzer-Warnmeldungen im Hörfunk entfalten zunehmend Wirkung.

Weniger Kontrollen bedeuten auch weniger ermittelte Verstöße. Die Hoffnung, dass Autofahrer insgesamt vorsichtiger fahren, teilen die Verkehrsexperten im Landespolizeiamt nicht.

Fest steht: Die Zahl der Geräte hat sich seit vielen Jahren nicht verändert – es gibt 16 Blitzer und 19 Videowagen bei der Landespolizei. Allerdings hat sich die Technik verbessert. Mit dramatischen Folgen für die Autofahrer.

So registrierte die Polizei 2010 nur 530.000 Verkehrsverstöße, den tiefsten Wert der vergangenen fünf Jahre. Im Jahr darauf sprang die Zahl um 120.000 Verstöße nach oben. „Das war der Zeitpunkt, an dem von analoger auf digitale Technik umgestellt wurde“, so Börner. „Es gab einfach mehr auswertbare Bilder.“

Obwohl die Bußgelder in die jeweilige Kreiskasse flössen, diene die Geschwindigkeitsüberwachung nicht dazu, Einnahmen für die öffentlichen Haushalte zu erzielen, betont der Sprecher des Landespolizeiamts. „Es geht darum, den Verkehr zum Beispiel an Unfallschwerpunkten oder vor Schulen sicherer zu machen, die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit zu überwachen.“

Die Hansestadt Lübeck hat vier mobile Blitzer im Einsatz, 2009 waren es lediglich drei. „Ein veraltete Infrarotlasermeßgerät vom Typ Leivtec XV2 wird aber bald aussortiert“, sagt Stadtsprecher Marc Langentepe. Damit wäre die Zahl der mobilen Geräte wieder unverändert. Gleich geblieben ist auch die Zahl der stationären Geräte. Es gibt vier Starenkästen und zwei Kameras, mit denen vier fest installierte Poliscan-Blitzersäulen an Brennpunkten wechselweise bestückt werden. Im vergangenen Jahr wurden Bußgelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro verhängt. „Hier hat es im Vergleich zur Vergangenheit keinerlei Veränderung gegeben“, betont Stadtsprecher Langentepe.

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