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KFZ-Versicherung : Immer mehr Autos fahren ohne Haftpflicht durch SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tausende Fahrer sind schon ohne Versicherungsschutz unterwegs. Doch der Wunsch, Geld zu sparen, kann teuer werden.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 09:38 Uhr

Kiel | Ohne sie darf in Deutschland kein motorisiertes Fahrzeug auf die Straße - doch immer mehr Schleswig-Holsteiner scheren sich einen Teufel um eine Haftpflichtversicherung für ihr Auto. Nach Einschätzung der Behörden sind bereits Tausende Pkw-Halter im nördlichsten Bundesland ohne Versicherungsschutz unterwegs - und es werden offenbar immer mehr.

Die Kreise schreiben die Fahrzeuge zur Fahndung aus. Werden sie gefasst, drohen saftige Geld- oder gar Haftstrafen. Und kann den Haltern Vorsatz nachgewiesen werden, haben die Behörden das Recht, das Auto stillzulegen. Zur Unterstützung können sie auch die Polizei einschalten.

Mehrere Städte und Kreise bestätigen einen steigenden Trend bei den Versicherungssündern. Allein in Nordfriesland kletterte ihre Zahl binnen Jahresfrist um 200 auf 857. „In Kiel gibt es bedauerlicherweise einen ansteigenden Trend von Haltern ohne Versicherungsschutz“, sagte Sprecher Joachim Kläschen. In Neumünster sind bei der Zulassungsbehörde bislang 593 Anzeigen wegen fehlendem Versicherungsschutz eingegangen. Im gesamten Jahr 2014 waren es 1318. In Dithmarschen wurden 510 Wagen zur Fahndung ausgeschrieben. Leicht rückläufige Zahlen gibt es landesweit dagegen nur in Ausnahmefällen.

Im Vergleich zur Gesamtzahl der angemeldeten Fahrzeuge machen die Verstöße nur einen geringen Teil aus. Daher will der Kieler Provinzial-Sprecher Heiko Wischer von einem Trend nichts wissen. „Es mag vorkommen, dass Autofahrer so versuchen, Geld zu sparen, aber dabei handelt es sich in unserer Wahrnehmung um Einzelfälle.“

Ein probates Mittel zum Geldsparen sei dieses Vorgehen ohnehin nicht, sagt Martina Stekkelies vom Kreis Schleswig-Flensburg. Fahrlässige Verstöße werden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen geahndet. Bei vorsätzlichem Handeln dürfen die Behörden sogar den Wagen einziehen. Doch wer es soweit kommen lässt, hat es auch darauf angelegt, ist von den Behörden zu vernehmen. „Besteht für ein Fahrzeug eine Versicherung nicht mehr, teilt die Versicherung der Zulassungsbehörde dies mit“, sagt der nordfriesische Verwaltungssprecher Hans-Martin Slopianka.

Anschließend fordere die Behörde den Fahrzeughalter auf, eine neue Versicherungsbestätigung vorzulegen oder den Wagen abzumelden. Wenn dies nicht zeitnah geschieht, werde der Vollstreckungsdienst beauftragt, das Fahrzeug zwangsweise und gebührenpflichtig stillzulegen. „Dies geschieht durch Entfernen der Siegelplaketten“, sagt Martin Schmedtje, Sprecher des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Wenn eine Stilllegung trotz drei Versuchen nicht möglich sei, werde das Fahrzeug zur polizeilichen Fahndung ausgeschrieben.

Bei der Polizei spielt diese Art des Versicherungsbetrugs bislang noch keine große Rolle, wie Jürgen Börner vom Landespolizeiamt bestätigt.

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