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Gartenkultur : Im Privat-Park hält der Roboter Ordnung

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Wie gestaltet man einen Garten, der fast so groß ist wie ein Fußballfeld? Familie Matzen aus Rørkær wählte beim Einzug in ihr neues Haus vor knapp sechs Jahren die typisch dänische Lösung.

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erstellt am 18.Apr.2008 | 06:28 Uhr

Die Familie beauftragte eine Gartenarchitektin. Seitdem wird das Pflanz-Konzept peu à peu umgesetzt - von Gärtnern, aber auch in eigener Regie. "Junge dänische Familien, die neu bauen, lassen ihr Grundstück gern von Fachleuten gestalten“, sagt Eva Ratenburg Matzen (39). Sie betont: "Ein dänischer Garten ist vor allem klar strukturiert und möglichst pflegeleicht."
Um immer auf dem Laufenden zu bleiben, sind Eva und Heinrich Matzen dem dänischen Gartenverband beigetreten - von dem bekommen sie wertvolle Tipps. Auf dem parkähnlichen Areal der Matzens in der Nähe von Tondern wurden die Wünsche aller Familienmitglieder erfüllt. Sie erzählt: "Mein Mann Heinrich bekam seine Rhododendron-Büsche und ich meine Rosen. Unsere Kinder Lucas (5) und Janus (3) freuen sich über ihr Spielparadies mit viel Rasen, Spielhaus, Schaukel und Trampolin. Und was ist mit Gartenarbeit? Eva Matzen hat dafür wenig Zeit. Sie führt das Büro ihres Mannes - der ist selbstständiger Bauunternehmer - und muss ihre Lütten betreuen. Dann noch der Haushalt. "Da haben wir uns einen ferngesteuerten Gartenhelfer angeschafft, einen Rasenmäher-Roboter. Der wird programmiert und mäht ruckzuck das Gras - eine tolle Erfindung", schwärmt sie.
Erdbeeren unter Glas
Hausgärten müssen nach Meinung der Dänen einfach zu handhaben sein. Was an Eva Matzen noch hängen bleibt, sind Unkraut zupfen und Blumen beschneiden. Für das Grobe im Garten ist ihr Mann zuständig. Die Familie Matzen bezeichnet sich als sehr naturverbunden. Eva ist auf einem Bauernhof aufgewachsen: "Meine Mutter hegt und pflegt ihren Garten. Ich konnte mich dem wohl nicht entziehen und habe - was eher untypisch ist für junge dänische Familien - sogar einen Staudengarten angelegt." Und: Sie ist besonders stolz auf ihre vielen Bauernrosen, die im Sommer ihren Garten bunt färben. Sie kann sich aber auch einen kleinen Nutzgarten vorstellen. Der kleine Lucas stimmt ihr zu: "Oh ja, ein Glashaus mit Erdbeeren drin, das wär lecker."
Die Matzens sind gern an der frischen Luft und nutzen ihren riesigen Garten mit Panoramablick auf Felder und Wiesen so oft es geht. Von der Küche aus haben sie eine große, halbrunde Terrasse angelegt, von Rosen umrandet, die den ganzen Sommer über blühen. "Eine Außenküche - wie zur Zeit in Dänemark modern - haben wir nicht, unsere Küche grenzt ja direkt an die Terrasse. Doch der obligatorische dänische Weber-Grill, der steht auch bei uns", erklärt Eva Matzen. Der meist steife Westwind, der ist ein Problem. "Deshalb haben wir als Windschutz eine Hecke mit verschiedenen Büschen gepflanzt. Aber die sind noch nicht hoch und dicht genug. Darum pustet es bei uns im Garten manchmal ganz schön", sagt sie. Eine Pergola-Wand komme nicht in Frage - "da würden wir uns ja unseren fantastischen Rundumblick verbauen!"
Gartenfest mit 100 Gästen
Ihr Lieblingsplatz ist die Terrasse direkt am Spielbereich der Kinder. Von da aus hat sie ihre Jungs immer im Blick. Die junge Familie Matzen nutzt Garten und Terrassen rund ums ganze Haus als zusätzlichen Wohnraum open air. In diesem Sommer zum Beispiel, da feiern Eva und Heinrich Matzen gemeinsam ihren 40. Geburtstag - natürlich im Garten mit vielen Gästen. Und am 23. Juni, da verwandelt sich ihr geräumiger Garten wieder in einen Festplatz. Zum traditionellen dänischen Sankt-Hans-Feuer (Mittsommernacht-Fest) ist das ganze Dorf bei den Matzens zu Gast. "Jeder bringt was zu essen und zu trinken mit, wir grillen, singen und spielen mit den Kindern. Dann tummeln sich in unserem Garten fast 100 Personen", freut sich Heinrich Matzen und lässt seinen Blick stolz über 6000 Quadratmeter eigene Scholle schweifen: "Platz genug haben wir ja!"

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