Damhirsch in Schafsherde : "Ich glaub ich bin ein Schaf ..."

Der Hirsch und die Schafe auf der grünen Wiese. Foto: Staudt
Der Hirsch und die Schafe auf der grünen Wiese. Foto: Staudt

"El Coto" passt so gar nicht zu seiner Herde: Kaum Wolle, kein Blöken. Der Damhirsch hat sich nach dem Verlust seiner Mutter einer Gruppe Schafe angeschlossen.

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20. Mai 2011, 09:16 Uhr

Flensburg | Wenn sich die kuschligen Romanov- und Schwarzkopfschafe auf der Koppel der Jensens am Stadtrand von Flensburg in Bewegung setzen, galoppiert der junge Damhirsch neugierig hinterdrein. Jeden Morgen im harten Winter habe er seine Schafherde dort mit Heu gefüttert, berichtet Jens Jensen. Irgendwann bemerkte der Jurist und Nebenerwerbslandwirt den jungen Hirsch, der sich allmählich im Schutze der Schafe an die Gegenwart der Menschen gewöhnte. Und er blieb. "El Coto" haben die Jensens ihn getauft.
Mit dem Verlust der Mutter sei dem fast einjährigen Hirsch das Leittier abhanden gekommen, erklärt Harald Schwarten, Ausbilder von Jungjägern. So habe das ausgeprägte Rudeltier sich einer neuen "Organisation" angeschlossen, wie ein Artgenosse vor drei Jahren, der Galloway-Rinder als Begleiter wählte. Für die Brunftzeit im Herbst prophezeit Schwarten, dass der junge Hirsch verschwinden werde. Gefallen an der Damenwelt hat "El Coto" längst gezeigt - unter Schafen natürlich.
(wal, shz)

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