Krokusblütenfest : Husum feiert seine lila Pracht

Mehr als vier Millionen Krokusse sind auch in diesem Jahr im Husumer Schlossgarten zu sehen. Foto: Bandixen
Mehr als vier Millionen Krokusse sind auch in diesem Jahr im Husumer Schlossgarten zu sehen. Foto: Bandixen

Husum wird an diesem Wochenende wieder das Ausflugsziel zehntausender Besucher sein. Ein gewaltiger Blütenteppich läutet in der "grauen Stadt am Meer" traditionell den Frühling ein.

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11. März 2008, 04:48 Uhr

Mehr als vier Millionen Krokusse sind auch in diesem Jahr im Schlossgarten zu sehen, sagte der Stadtgärtner. Die Blütenpracht gilt als einzigartig in Nordeuropa. Ursprünglich stammen die lilafarbenen Krokusse aus den südlichen Regionen Europas. Dort wachsen sie wild auf Bergwiesen und Weiden. Höhepunkt der Festtage ist am Sonnabend die Proklamation der neuen Krokusblütenkönigin.
Zur Herkunft der Krokus-Anpflanzungen in Husum haben Historiker bislang keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse. So bleiben als Erklärung nur zwei Legenden. Nach der einen hatten Mönche im 15. Jahrhundert die Pflanzen in ihrem Klostergarten angesiedelt, um Safran aus den getrockneten Narben der Krokusse zu gewinnen und damit ihre liturgischen Gewänder zu färben. Nach der anderen Legende pflanzte Herzogin Marie Elisabeth Mitte des 17. Jahrhunderts die Krokusse an, um Safran als Gewürz für ihre Zuckerbäckereien zu bekommen. Ihr Schloss wurde 1582 an der Stelle des Klosters errichtet.
Wer auch immer es war, die Bemühungen wurden jedenfalls nicht von einer erfolgreichen Safran-Ernte gekrönt. Denn der Husumer Krokus mit dem wissenschaftlichen Namen "Crocus neapolitanus" hat zwar die gleichen lilafarbenen Blütenblätter wie sein wertvoller Bruder, der „Crocus sativus“. Doch aus den Blütenblättern bekommt man keinen wertvollen Safran. Nur die kleinen Narben im Inneren der Blüte haben den begehrten bitter-süßen, rauchig-erdigen Geschmack und die leuchtend gelbe Farbe: 150 000 Blüten braucht man, aus denen per Hand die drei roten Blütennarben heraus gezupft werden. Getrocknet ergeben diese ein einziges Kilogramm Safran.

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