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Gefahrhundegesetz : Hunde-Führerschein soll Pflicht werden

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Landespolitiker in Schleswig-Holstein wollen das Hundegesetz modernisieren. Die Rasseliste steht vor dem Aus.

Kiel | Die umstrittene Rasseliste für gefährliche Hunde wird in Schleswig-Holstein bald Vergangenheit sein. Für einen von der FDP dazu eingebrachten Gesetzesentwurf für ein neues Hundegesetz signalisieren gegenüber dem sh:z auch die Regierungsfraktionen der Küsten-Koalition Unterstützung. Statt mit einem Index für bissige Rassen sollen Übergriffe künftig mit einem Hunde-Führerschein für die Halter vermieden werden.

Mit der Reform reagiert die Landespolitik darauf, dass immer wieder auch solche Hunde Menschen beißen, die nicht auf der Liste der als gefährlich eingestuften Rassen stehen. Laut Innenministerium galt dies im zuletzt erfassten Zeitraum von Mai 2012 bis April 2013 für immerhin 161 Tiere. 13 Mal wurden die Opfer durch Bisse schwer verletzt – deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Die gleiche Tendenz gilt für Beißangriffe auf Kindern: 19 statt zwölf.

Die 2005 eingeführte Rasseliste habe sich nicht bewährt, resümiert FDP-Politiker Oliver Kumbartzky. Nur für die dort aufgeführten Tiere können Behörden eine Anlein- oder Maulkorbpflicht sowie weitere Auflagen verfügen. Kumbartzky will aber nicht nur der öffentlichen Sicherheit, sondern auch dem Tierschutz Rechnung tragen: Der geplante Sachkundenachweis werde dazu führen, „dass sich die Menschen vor der Anschaffung intensiv Gedanken machen, ein Tier zu halten“. Dann würden weniger Halter ihre Vierbeiner wegen Überforderung im Tierheim abgeben.

Der tierschutzpolitische Sprecher der Grünen, Detlef Matthiessen, sieht für eine Unterstützung des liberalen Vorstoßes „keine wesentlichen Hürden“. Im Umweltausschuss am 30. Oktober solle das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Matthiessen erwartet eine Verabschiedung des neuen Gesetzes „vor dem Sommer 2014“. Der Koalition komme es darauf an, „dass die Handhabung der Regeln für die Halter aufwandmäßig und finanziell nicht unzumutbar wird“. Gleichlautend äußert sich die Abgeordnete Sandra Redmann, die das Thema in der SPD-Fraktion bearbeitet. Unter anderem sei zu klären, ob weniger strenge Anforderungen an betagte Menschen zu stellen seien, die sich aus purer Einsamkeit einen Hund anschaffen. Von solchen noch offenen „technischen Details“ abgesehen, stünden auch die Sozialdemokraten dem FDP-Vorstoß „sehr positiv gegenüber.“ Eine soeben zu Ende gegangene schriftliche Anhörung von Experten hat bereits ein nahezu einhellig positives Echo gefunden. Nur Innenminister Andreas Breitner (SPD) gibt sich zurückhaltend: „Unter Gesichtspunkten der Gefahrenabwehr sehe ich keine zwingenden Notwendigkeiten zur Änderung des Gefahrhundegesetzes.“

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erstellt am 21.Okt.2013 | 06:50 Uhr

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