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Nach Schuss-Angriff : Hund "Taxi" geht es besser - vom Täter keine Spur

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Nach dem heimtückischen Anschlag auf den Irish Setter "Taxi" in Neumünster geht nicht nur bei Hundebesitzern die Angst um. Vom Täter fehlt noch immer jede Spur.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:54 Uhr

Neumünster | Bei den Hundebesitzern in der Neumünsteraner Böcklersiedlung geht die Angst um. Von dem Heckenschützen, der am vergangenen Freitag an der Lötzener Straße am helllichten Tag einen Hund angeschossen und lebensgefährlich verletzt hat, fehlt noch immer jede Spur. Vor einigen Wochen wurde an derselben Stelle schon einmal auf einen Hund geschossen, damals verfehlte die Kugel knapp ihr Ziel.
Für Hundebesitzerin Petra Hass sind die Vorfälle Grund genug, die Lötzener Straße mit ihrem Labrador-Mischling Shadow künftig zu meiden. Am vergangenen Freitag ging sie gerade mal eine Stunde vor dem Anschlag noch selbst mit Shadow in der Lötzener Straße spazieren. "Natürlich habe ich jetzt bei jedem Spaziergang ein Grummeln im Bauch", sagt sie. Nun weicht sie beim Gassi-Gehen auf eine andere Route aus.

Tatort liegt auf dem Schulweg vieler Kinder


Auch in der benachbarten Hans-Böckler-Schule am Elchweg sorgt der Vorfall für erhöhte Wachsamkeit. Der Tatort liegt auf dem Schulweg vieler Kinder. "Natürlich haben wir den Vorfall registriert", sagt Schulleiter Dieter Surm. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen soll es an seiner Schule jedoch nicht geben. "Aber wenn sich Kinder oder Eltern sorgen, können sie natürlich jederzeit zu uns kommen", sagt Surm.
Unterdessen fahndet die Polizei weiter nach dem unbekannten Schützen. Wurde ursprünglich "nur" wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutz- und das Waffengesetz ermittelt, steht inzwischen auch versuchte Körperverletzung im Raum, da der Schuss auf Hundedame "Taxi" auch leicht die Halterin Sandra Preuß oder deren zweijährigen Sohn Kian hätte treffen können. Beide standen während des Schusses in unmittelbarer Nähe der Hündin.

Luftgewehre müssen nicht registriert werden


Laut Polizeisprecher Sönke Hinrichs gibt es allerdings noch keinen konkreten Verdacht. Die aus der Hündin herausoperierte Luftgewehr-Kugel hilft den Ermittlern nicht, die passende Waffe zu finden. "Diese sogenannten Spitzkopfprojektile sind frei im Internet bestellbar", erläutert Hinrichs. Darüber hinaus müssen Luftgewehre nicht registriert werden. Bei der Suche nach dem Schützen ist die Polizei daher vor allem auf Hinweise von Zeugen angewiesen.
Unterdessen geht es "Taxi" wieder besser. Die siebenjährige Setterin wurde noch am Pfingstmontag aus der Tierklinik entlassen. Tierarzt Dr. Johannes Frahm ist guter Dinge, dass die Hündin wieder komplett gesund wird. Sie müsse allerdings noch eine Weile unter Beobachtung bleiben. "Vor allem gilt es, nun eine Bauchfellentzündung zu vermeiden", sagte der Veterinär.

Der Schock sitzt noch tief


Trotz der zuletzt guten Nachrichten vom Tierarzt und der berechtigten Hoffnung auf eine schnelle Genesung ihrer Patientin sitzt der Schock bei Sandra Preuß und ihrer Familie noch immer tief. "Wir versuchen natürlich, nun wieder in den Alltag zurückzukehren", sagt sie. Wenn Sandra Preuß mit ihren anderen beiden Hunden spazieren geht, hat sie trotzdem ein mulmiges Gefühl. "Wir gehen ab jetzt nur noch in eine ganz andere Richtung", sagt sie. Die Stelle, an der "Taxi" angeschossen wurde, wird sie beim Gassi-Gehen künftig meiden.
Der Anschlag auf "Taxi" weckt unweigerlich Erinnerungen an den Fall Hannibal. Der dreijährige Rüde war im Dezember 2012 beim Gassi-Gehen am Einfelder See niedergestochen und tödlich verletzt worden. Ein Tatverdächtiger räumte einen Streit mit der Hundeführerin um die Leinenpflicht für das Tier ein, bestreitet aber die Messerstiche. Die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Kiel laufen noch immer. Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem aktuellen Fall gibt es laut Polizei aber nicht.
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