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Einsätze der Silvesternacht : Hotel auf Sylt evakuiert, Supermarkt ausgebrannt

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Die befürchteten Krawalle auf dem Hamburger Kiez sind ausgeblieben. Dafür mussten Feuerwehr und Rettungsdienst auch in Schleswig-Holstein häufig ausrücken. Drei Menschen wurden lebensgefährlich verletzt.

shz.de von
erstellt am 01.Jan.2014 | 10:48 Uhr

Das neue Jahr hat für Polizei und Feuerwehr in Hamburg mit reichlich Arbeit begonnen. Es habe viele Einsätze gegeben, sagte ein Polizeisprecher in der Hansestadt. Insgesamt blieb es jedoch bei den für Silvester üblichen Vorfällen. So rückte die Feuerwehr unter anderem zu zahlreichen Balkonbränden aus. Mehrere Menschen verletzten sich zudem beim Zünden von Feuerwerkskörpern.

In Schleswig-Holstein sprach die Polizei von einer vergleichsweise ruhigen Silvesternacht. In Kiel zählten die Beamten 226 Einsätze (im Vorjahr waren es 189), 49 waren es im Kreis Plön. 30 Einsätze gab es für die Feuerwehr. Vermutlich durch eine Feuerwerksrakete ist im Kieler Stadtteil Hasseldieksdamm das Dach eines Einfamilienhauses in Brand geraten.

In der Holtenauer Straße brannte die Bäckereifiliale in einem Supermarkt komplett aus. Gegen 19.10 Uhr bemerkten Zeugen Feuer in dem Lebensmittelmarkt in der Holtenauer Straße. Für die Dauer der Löscharbeiten musste der Bereich zwischen Schauenburger Straße und Jungmannstraße für rund zwei Stunden voll gesperrt werden. Der Backshop wurde komplett zerstört, der Rest des Ladens ist völlig verrußt. Brandursache und Schadenshöhe sind noch nicht bekannt, die Kripo ermittelt.

In Westerland auf Sylt hat es im Hotel Miramar gleich zweimal gebrannt. Der erste Alarm ging gegen 21 Uhr bei der Feuerwehr ein, als es in einem Konferenzraum brannte. Verletzt wurde niemand. Um 1.11 Uhr rückte die Feuerwehr erneut im Miramar an – im Heizungskeller hatte sich Rauch entwickelt. Vier Freiwillige Feuerwehren und ein Großaufgebot des Rettungsdienstes waren im Einsatz. Weil die Elektrik zerstört wurde, hat die Feuerwehr das Haus von Gas, Wasser und Strom getrennt. Alle 120 Hotelgäste mussten in der Nacht noch umziehen. Teilweise wurden sie in anderen Hotels untergebracht, einige mussten aber die Neujahrsnacht im Hangar 28 am Flughafen verbringen. Die Kripo ermittelt.

Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein bezeichnet den Jahreswechsel trotzdem insgesamt als „eher entspannt“. Bei Brandeinsätzen gab es keine Schwerverletzten. Ein Großfeuer wurde aus Wrohm (Kreis Dithmarschen) gemeldet. Hier brannte ein Stallgebäude nieder. Als Grund wird Silvesterfeuerwerk vermutet. In Tornesch (Kreis Pinneberg) kam es zu einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus. Bei dem Brand wurden drei Personen leicht verletzt. In Appen (Kreis Pinneberg) brannte der Dachstuhl einer Doppelhaushälfte. Die Regionalleitstelle Holstein (zuständig für den Kreis Segeberg) hat zwischen 13 Uhr an Silvester und 6.30 Uhr am Neujahrsmorgen 23 Einsätze bearbeitet. Nach Angaben der Feuerwehr lag der Schwerpunkt mit elf Einsätzen in Norderstedt. In Bad Segeberg wurde ein Auto durch Sprengkörper zerstört. Die Halterin hatte ihr Fahrzeug auf einem Parkplatz in der Nähe des Neurologischen Zentrums im Hamdorfer Weg abgestellt. Der Schaden wird auf 5000 Euro geschätzt. Die Polizei ruft Zeugen auf, sich beim Landeskriminalamt unter Tel. 0431-1600 zu melden.

In Lübeck zählte die Feuerwehr in der Silvesternacht 28 kleine Brände, vier Zimmer- und Wohnungsbrände und einen Dachstuhlbrand. Der Rettungsdienst der Hansestadt verzeichnete rund 50 Einsätze, die sich aber im „normalen Silvesterrahmen“ bewegten.

Bei Neumünster hatte ein Autofahrer einen Unfall auf der K114 zwischen Kleinkummerfeld und Willingrade. Die Besatzung eines zufällig vorbeifahrenden Rettungswagens entdeckte den Wagen mit dem eingeklemmten Fahrer am Neujahrsmorgen. Der 26-Jährige war mit seinem Mercedes in einer leichten Linkskurve von der Straße abgekommen, touchierte einen Baum und kippte in einem Knick auf die Fahrerseite. Die Berufsfeuerwehr befreite den Mann. Mit lebensgefährlichen Verletzungen kam er ins Krankenhaus und wurde notoperiert. Nach Polizeiangaben ist er möglicherweise am Steuer eingeschlafen.

Bei einem Verkehrsunfall in Hamburg-Niendorf wurden knapp zwei Stunden nach Mitternacht zwei Frauen (20 und 17) in ihrem Auto eingeklemmt. Sie waren aus ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Eine Frau wurde lebensgefährlich, die andere schwer verletzt. Außerdem brannten in der Hansestadt in den ersten drei Stunden des neuen Jahres drei Autos.

Im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst wurde auf dem Mundsburger Damm ein 29 Jahre alter Fußgänger angefahren und lebensgefährlich verletzt. Der Mann überquerte die Straße, blieb wegen herannahender Fahrzeuge in der Mitte stehen und wurde dort von einem stadteinwärts fahrenden BMW erfasst. Der Fußgänger wurde auf die Fahrbahn geschleudert und erlitt lebensbedrohliche Kopfverletzungen. Der 27 Jahre alte BMW-Fahrer blieb unverletzt.

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Hamburg in den vergangenen Wochen ist es in der Silvesternacht ruhig geblieben in der Hansestadt. „Wir hatten keine großartige Randale“, sagte ein Pressesprecher am Neujahrsmorgen. Rund 40 Demonstranten zogen im Rahmen der jährlich an Silvester stattfindenden sogenannten „Knastdemo“ friedlich zur Untersuchungshaftanstalt am Holstenglacis. Nach der Demonstration für den Erhalt der „Roten Flora“ vor zwei Wochen war es im Hamburger Schanzenviertel und auf St. Pauli zuletzt immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und Polizisten gekommen.

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