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Halloween feiern in SH : Horror-Arzt oder Axtmörder: „Je gruseliger, desto besser“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neben Karneval ist Halloween in Deutschland zum zweiten Standbein für die Kostümindustrie geworden. Ein Besuch bei zwei Grusel-Expertinnen.

Eckernförde | Die Augen blicken leblos aus den dunklen Höhlen, der Mund ist zu einer hässlichen Fratze verzerrt. Auf dem grünen OP-Kittel klebt Blut und aus der offenen Bauchhöhle gucken die Gedärme heraus. Ohne Zweifel – wer sich für das Walking-Dead-Zombie-Kostüm entscheidet, sollte keinen empfindlichen Magen haben.

Trotzdem gehört das Untoten-Outfit zu den absoluten Verkaufsschlagern in diesem Jahr. „Im Moment herrscht ein totaler Zombie-Hype“, weiß Moni Brock, Kostüm-Expertin im Textilhaus Lorenzen in Eckernförde. Welche Kostüme gerade beliebt sind, entscheidet sich häufig schon viele Monate vor Halloween – im Fernsehen.

Kostüme bekannter Film- oder Serienfiguren werden besonders gerne gekauft. In den 90ern waren Scream- oder Michael-Myers-Masken Trend, nach Herr der Ringe waren es Orks und seit Twilight erleben Vampir-Kostüme ein Comeback. Obwohl die Blutsauger eigentlich immer gehen. „Der Vampir ist ein absoluter Klassiker bei uns“, sagt Inhaberin Gine Struck. Schwarz-rote Umhänge, weißes Vampir-Puder fürs Gesicht, unechte Fangzähne oder auch edle Samt-Kleider und historische Perücken für die Luxus-Variante der Blutsauger gehören hier zum Standard-Sortiment.

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Foto: Brandao
 

Rund 23 Euro gaben Grusel-Fans in Schleswig-Holstein laut Online-Dienst Statista im letzten Jahr für ein Halloween-Kostüm aus. Tendenz steigend. Denn Halloween wird auch in Deutschland immer beliebter. Laut Schätzungen der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) verkaufte der Handel im vergangenen Jahr knapp 500.000 Halloween-Kostüme, 110.000 Perücken und etwa 200.000 Hüte. Hinzukamen fast 850.000 Schmink-Sets und 5 Millionen Accessoires.

Verkleidungen und Kostüme sind nur ein Bruchteil dessen, was hierzulande mit dem Gruselfest verdient wird. Süßwarenhersteller, Getränkehandel, Party-Veranstalter – sie alle profitieren von dem einst heidnischen Fest, das aus Irland über Amerika zurück zu uns nach Deutschland kam. Rund 200 Millionen Euro werden laut DVSI inzwischen mit Halloween umgesetzt, nur etwa 27 Millionen Euro davon mit Kostümen und Accessoires.

Neben Karneval ist Halloween auch für Gine Struck inzwischen zur umsatzstärksten Zeit im Jahr geworden. „Wir verkaufen in dieser Zeit deutlich mehr als im Rest des Jahres“, sagt Gine Struck. Und die Nachfrage steige von Jahr zu Jahr. „Halloween wird immer beliebter“, weiß sie. Zu ihren Kunden zählen nicht nur Kinder, sondern auch immer mehr Erwachsene, die die Kinder beim Süßigkeiten-Sammeln begleiten oder selbst auf eine Party eingeladen sind. In den Wochen vor dem Gruselfest hat sie deshalb extra ihre Öffnungszeiten verlängert. „Eigentlich haben wir nur nachmittags geöffnet, aber während der Halloween-Zeit sind wir den ganzen Tag hier.“

Bei den meisten Kunden, die ein Halloween-Outfit suchen, gelte der Grundsatz: „Je gruseliger, desto besser.“ Doch auch, wer sich nicht an die gängigen Schocker-Klischees wie Horror-Arzt oder Axtmörder halten will, wird bei Lorenzen fündig: Wie wäre es zum Beispiel Mal mit einem mit einem Michael-Jackson-Kostüm samt gold-rotem Fransen-Jackett und weißer Maske? Oder einem Karl Lagerfeld-Outfit mit weißer Perücke, Fliege und Sonnenbrille? Horror hat schließlich viele Gesichter.

Wer noch ein Kostüm braucht: Textilhaus Lorenzen, Kieler Str. 45, 24340 Eckernförde oder im Internet unter www.textilhauslorenzen.de

 

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erstellt am 25.Okt.2015 | 12:39 Uhr

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