"Versuchte Tötung" : Hooligans wüten in Lübeck

Massive Polizeipräsenz am Lübecker Bahnhof. Fotos: Peter Wüst
1 von 3
Massive Polizeipräsenz am Lübecker Bahnhof. Fotos: Peter Wüst

Zerstörte Waggons und mehrere Verletzte: Die Randale zwischen Hooligans vom VfB Lübeck und Holstein Kiel konnten nur mit einem massiven Polizeiaufgebot gestoppt werden. Die Kripo ermittelt wegen "versuchter Tötung".

Avatar_shz von
28. Oktober 2008, 09:05 Uhr

Die Bundespolizei ist über die Gewaltausbruch entsetzt. Obwohl sie mit 20 Beamten den Zug mit Kieler Fußball-Fans auf dem Rückweg vom Spiel bei "Hansa Rostock II" begleitet hatte, entglitt ihr in Lübeck der Präventiv-Einsatz.
Es waren zwischen 30 und 50 "VfB Lübeck"-Hooligans, die am Sonnabendabend diesen Regionalzug bei einem Halt in Lübeck/St. Jürgen plötzlich mit Steinen angriffen. Sieben "Holstein Kiel"-Anhänger fühlten sich provoziert, stiegen aus dem Fenster und lieferten sich mit den Lübecker Schlägern eine Prügelei.
"Dabei hätte jemand getötet werden können"
Als der Zug im Lübecker Hauptbahnhof hielt, versuchten die übrigen Kieler Fans in die Innenstadt zu gelangen. "Dies konnte nur durch massiven Einsatz von Polizeikräften verhindert werden", teilte Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizeiinspektion in Kiel gestern mit. Auch Beamte wurden angegriffen, die sich mit Schlagstöcken erwehren mussten. Zwei von ihnen wurden leicht verletzt.
Drastisch ging es auch im Stadtteil St. Jürgen weiter: Die sieben dort ausgestiegenen Kieler Fans fuhren mit dem Bus weiter, als plötzlich ein Geschoss die Scheibe durchschlug. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Aber: "Dabei hätte jemand getötet werden können", sagte gestern Frank Doblinski, Sprecher der Polizeidirektion Lübeck. Die Kripo ermittelt wegen "versuchter Tötung". Ob es sich um einen Stein oder einem Zwille-Geschoss handelte, war noch unklar.
Bilanz: Zwei Waggons des Regionalzuges wurden zerstört und waren für die Weiterfahrt unbenutzbar, mehr als 30 Bundespolizisten waren im Einsatz, überdies rückte die Lübecker Polizei mit 16 Streifenwagen an, um die Gewalt einzudämmen.
"Es ärgert uns, dass unser Präventivkonzept nicht aufgegangen ist", sagte Bundespolizeisprecher Menge gestern. Die Gewaltbereitschaft der "angeblichen Fans" sei erschreckend. "Mit Fußball hat das nichts mehr zu tun." Viele Randalierer müssen mit einem Verfahren rechnen.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen