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Olympische Spiele in Sotschi : Holsteiner Jung träumt von einer Medaille

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Schleswig-Holsteiner in Sotschi: Der 19-jährige gebürtige Kieler Joshua Bluhm geht als Anschieber im Viererbob bei den Olympischen Winterspielen an den Start.

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erstellt am 24.Jan.2014 | 09:12 Uhr

Nortorf/Königssee | Bis zuletzt hatte Joshua Bluhm gezittert – gestern Morgen wich die Anspannung dann purer Erleichterung und Freude: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte die Nominierung des Kaders für Sotschi offiziell bekannt gegeben, und der 19-jährige Schleswig-Holsteiner ist einer von 152 deutschen Wintersportlern, die bei den Olympischen Spielen vom 7. bis 23. Februar auf Medaillenjagd gehen.

Für den in Kiel geborenen und in Nortorf aufgewachsenen Bluhm geht damit ein Traum in Erfüllung. Er wird tatsächlich im Viererbob von Pilot Thomas Florschütz den olympischen Eiskanal hinunterrasen. „Als ich es erfahren habe, konnte es zunächst kaum fassen. Ich musste es online erst einmal schwarz auf weiß nachlesen“, sagt er noch etwas ungläubig. Und als wäre es nicht schon erstaunlich genug, dass ein Sportler aus Schleswig-Holstein bei Winterspielen am Start ist, macht Bluhms kurviger Weg dorthin die Geschichte noch viel bemerkenswerter.

Zunächst versuchte es der Deutsch-Nigerianer im Fußball. Das Vorspielen bei Holstein Kiel, dem FC St. Pauli und beim Hamburger SV brachte aber nicht den erhofften Durchbruch. Das Ziel vom professionellen Leistungssport wollte Bluhm aber nicht so leicht aufgeben. Seine außergewöhnlichen Sprinterqualitäten blieben schließlich den Talentscouts der Leichtathletikabteilung von Bayer 04 Leverkusen nicht verborgen. 2011 zog es ihn an den Rhein, und noch im gleichen Jahr wurde er mit der Sprintstaffel des Werksclubs Deutscher Jugendmeister.

Nach der erfolgreichen Titelverteidigung 2012 und bestandenem Abitur verschlug es Bluhm schließlich nach Paderborn, wo er ein Linguistik-Studium begann. Dort war es sein Trainer Thomas Prange, der ihm nahe legte, es doch einmal im Bobsport zu versuchen. Denn sein vergleichsweise hohes Körpergewicht – mittlerweile sind es 100 Kilogramm – schienen gepaart mit seinen läuferischen Fähigkeiten geradezu prädestiniert zu sein für den Job als Anschieber.

Und so darf der ehemalige Nortorfer nach nur knapp einem Jahr als Bobfahrer den Schlitten von Thomas Florschütz in den Eiskanal von Sotschi schieben. Seine Premiere im Weltcup liegt noch nicht einmal drei Wochen zurück. Bei den Rennen in Winterberg musste er kurzfristig den etatmäßigen Anschieber Andreas Bredau ersetzen und stand mit Platz drei auf Anhieb auf dem Siegerpodest. Und weil Bredau bis zum Start der Viererbob-Wettbewerbe am 23. Februar nicht fit wird, erhielt Bluhm nun das Olympia-Ticket und könnte mit Edelmetall heimkehren.

„Zur Zielsetzung möchte ich lieber nichts sagen. Da bin ich abergläubisch. Die Voraussetzungen, um ganz vorne dabei zu sein, sind auf jeden Fall gegeben“, sagt er. Mit einer Medaille bei Olympia würde sich der Schleswig-Holsteiner den nächsten Traum erfüllen und seiner persönlichen Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen.

 

Mehr zu den Olympischen Spielen sehen Sie auf unserer Oympia-Sonderseite.

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