Special Olympic World Winter Games : Hockey-Spieler fliegen nach Amerika

Starten bei den Weltwinterspielen im Floorhockey: Torwart Dennis Ehrlich (vorn), Verteidiger Jan-Philip Steingräber, Stürmer Andree Norek, Stürmer Patryk Szybecki-Weigel und Stürmer Nicky Ross (v.l.n.r.). Es fehlt Verteidiger Thomas Schauer.
Starten bei den Weltwinterspielen im Floorhockey: Torwart Dennis Ehrlich (vorn), Verteidiger Jan-Philip Steingräber, Stürmer Andree Norek, Stürmer Patryk Szybecki-Weigel und Stürmer Nicky Ross (v.l.n.r.). Es fehlt Verteidiger Thomas Schauer.

Schleswig-Holsteiner bei olympischen Winterspielen: Sechs Floorhockey-Spieler aus Ammersbek in Stormarn nehmen an den Special Olympic World Winter Games teil - Olympischen Spielen für geistig behinderte Sportler.

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04. Januar 2009, 07:08 Uhr

Ammersbek | Der kleine Filzring saust über den Hallenboden in Ammersbek (Kreis Stormarn). Die Spieler jagen mit ihren Schlägern hinterher. Behände manövrieren sie das Spielgerät mit einem Platikstab an Gegenspielern vorbei zu einem Mitspieler oder direkt ins Tor. Schnell sind sie unterwegs, Akteure wie auch Scheibe. Wäre es in der Halle nur ein paar Grad kühler und trügen die Spieler Schlittschuhe - der Unterschied zum Eishockey fiele kaum auf.
Doch die Sportler laufen auf Gummisohlen. Sie spielen Floorhockey, eine Sporthallen-Variante des Kufensports - und die Norddeutschen reisen vom 7. bis zum 14. Februar 2009 nach Boise im US-Bundesstaat Idaho zu den Special Olympics World Winter Games. Dort treten Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung in insgesamt sieben Sportarten gegeneinander an. Über 3000 Athleten aus 85 Nationen messen sich in den Sportarten Ski Alpin, Langlauf, Eiskunstlauf, Eisschnellauf, Snowboard, Schneeschuhlauf und Floorhockey (oder Ringhockey).
"Ich denke, wir sind gut gewappnet"
Die sechs geistig behinderten Schleswig-Holsteiner von der Integrationssportgruppe des Hoisbütteler Sportvereins sind zum ersten Mal bei den Weltwinterspielen dabei. "Das wir daran teilnehmen dürfen ist eine riesengroße Überraschung und eine Ehre für uns", sagt Christian Schirrmacher, Vorsitzender des SV Hoisbüttel. Zusammen mit zwei Gruppen aus Süddeutschland bilden sie die sechzehnköpfige Deutsche Mannschaft im Ringhockey. Dass das Team überhaupt mitmachen darf, hat es dem "Special Olympics Verband Deutschland" zu verdanken. "Die hatten noch einen Platz im Kontingent frei und haben mich gefragt, ob ich nicht eine Mannschaft zusammenstellen möchte", sagt Christian Schirrmacher. So sei seine Wahl auf Sportler aus Süddeutschland und seine Schützlinge gefallen.
Seit Oktober trainieren die Hockey-Spieler nun regelmäßig auf ihr großes Ziel hin - eine vernünftige Vorstellung in den USA zu liefern. Das Besondere bei den Special Olympics: Es geht nicht darum, der Beste der Besten zu werden. "Die Mannschaften werden in niveau-ähnliche Gruppen eingeteilt. Dort spielt man schließlich gegen sieben bis acht gegnerische Teams", sagt Christian Schirrmacher. "Ich denke, wir sind gut gewappnet, auch wenn wir keine Wettkampferfahrung haben." Die Premiere bei den Special Olympics World Winter Games - für die Behindertensportler aus Schleswig-Holstein bildet sie auch eine weitere Erfahrung. Der Sport beweist einmal mehr, dass er Menschen verbindet: Zahlreiche Gruppen-Ausflüge in Indianerreservate und die Naturparks werden einen Eindruck vom Gastgeberland vermitteln. "Und die Spieler werden während des Turniers in Familien untergebracht", sagt Schirrmacher. Auf diese Art sollen sie intensiven Kontakt zur einheimischen Bevölkerung bekommen.

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