Lauenburg : Hochwasser steigt schneller als erwartet

Das Hochwasser in Lauenburg steigt schneller als erwartet. Statt der erwarteten 8,70 Meter lag der Wasserstand am Freitagmorgen bereits bei 8,85 Metern.  Foto: Dewanger
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Das Hochwasser in Lauenburg steigt schneller als erwartet. Statt der erwarteten 8,70 Meter lag der Wasserstand am Freitagmorgen bereits bei 8,85 Metern. Foto: Dewanger

8,85 Meter - so hoch stand das Wasser in Lauenburg am Freitag. Das ist höher als erwartet. Sandsäcke werden inzwischen von der Feuerwehr bewacht.

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22. Januar 2011, 11:19 Uhr

Das Hochwasser in Lauenburg steigt schneller als erwartet. Statt der erwarteten 8,70 Meter lag der Wasserstand am Freitagmorgen bereits bei 8,85 Metern. In mehreren direkt an der Elbe liegenden Häusern musste die Feuerwehr voll gelaufene Erdgeschosse leer pumpen. Der Scheitelpunkt des Hochwassers soll die Elbestadt in der Nacht zum Sonnabend erreichen. "Wir rechnen nach den aktuellsten Prognosen mit einem Wasserstand zwischen 9,05 Metern und 9,10 Metern", sagte der Einsatzleiter der Lauenburger Feuerwehr, Thomas Burmester.
Normalerweise liegt der Pegelstand bei rund 4,80 Metern.
Die Elbstraße in der Altstadt wurde für den Verkehr gesperrt, weil die Feuerwehr dort bereits Pumpen einsetzte, um zu verhindern, dass Elbwasser aus der Kanalisation hochdrückt und die Straße überflutet.
Bis zum Pegelstand von 9,20 Metern alles im Griff
Um Mitternacht sollte in der Altstadt ein seit Tagen angekündigtes absolutes Fahrverbot in Kraft treten. Anders als im Kreis Lüneburg auf der anderen Seite der Elbe soll in Lauenburg jedoch kein Katastrophenalarm ausgelöst werden. "Wir sind angespannt, gehen aber davon aus, die Lage bis zu einem Pegelstand von 9,20 Metern im Griff zu haben", sagte der Bürgermeister der Stadt, Harald Heuer (CDU). Heuer ist bereits hochwassererfahren, seit seinem Amtsantritt im Jahr 2002 hat er bereits zwei Elbefluten erlebt: das sogenannte Jahrhunderthochwasser im Sommer 2002 mit einer Flutmarke von 8,70 Metern und das Hochwasser von 2006. Damals erreichte das Wasser einen Höchststand von 9,12 Metern.
"Überschwemmungen hat es hier immer wieder gegeben, weil die Elbe bei Lauenburg ihre engste Stelle hat, und zusätzlich das Wasser aus dem Elbe-Lübeck-Kanal in den Fluss drängt. Aber es macht schon nachdenklich, dass die Abstände immer kürzer werden", sagte er.
Flutwelle Richtung Nordsee
Ursprünglich war für dieses Wochenende sogar ein Pegelstand von 9,20 Metern vorhergesagt worden. Das wäre nach Angaben des Bürgermeisters die höchste Flut seit 1885.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen wurde der Scheitelpunkt des Hochwassers für Sonnabend erwartet. Der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) rechnet nach Angaben einer Sprecherin damit, dass sich die Flutwelle über das Wochenende allmählich in Richtung Nordsee bewegen werde. Mit einer schnellen Verbesserung der Lage sei aber nicht zu rechnen. Es könne Tage dauern, bis die Pegelstände sichtbar sinken, sagte die Sprecherin.

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