Überflutete Altstadt : Hochwasser sinkt: Lauenburger planen Rückkehr

Die Pumpen arbeiten seit Freitagnachmittag und sollen das Wasser aus der Altstadt treiben. Foto: Timo Jann
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Die Pumpen arbeiten seit Freitagnachmittag und sollen das Wasser aus der Altstadt treiben. Foto: Timo Jann

Fünf Pumpen in Lauenburg müssen zehn bis zwölf Stunden laufen, um das Hochwasser aus der Altstadt zu treiben. Am Samstag sollen 300 Lauenburger zurückkehren.

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15. Juni 2013, 11:41 Uhr

Lauenburg/Hamburg | Rund 300 Lauenburger können wohl am Samstag zurück in ihre Häuser, die sie wegen des Hochwassers zurückgelassen haben. Geplant sei, sie ab 8 Uhr wieder in die Altstadt zu bringen, teilte der Krisenstab am Freitag mit. Demnach wollten Einsatzkräfte am Freitagnachmittag mit dem Abpumpen des Wassers in Lauenburg beginnen. "Wir hoffen, dass wir in der Nacht fertig werden", sagte Sprecher Peter Schütt. Der Wasserstand der Elbe am Pegel Lauenburg fällt weiter - am Freitagnachmittag lag er bei 9,25 Meter. Normalerweise beträgt der Wasserstand rund 4,80 Meter. Die Bewohner hatten am Sonntag dem Elbehochwasser weichen müssen.
Laut Prognose müssen die fünf Pumpen zehn bis zwölf Stunden laufen, um das Wasser aus der Altstadt zu treiben. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) meldete, insgesamt würden in Lauenburg rund 1000 Helfer von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerkes (THW) und Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Mahlzeiten versorgt. "Danach müssen wir jedes Haus einzeln überprüfen", erklärte Schütt. Unter anderem müssten Statiker die Tragfähigkeit der Bauten untersuchen. Auch die Hygiene könne zum Problem werden, schließlich hätten die betroffenen Bereiche über Tage im Wasser gestanden und seien möglicherweise mit Fäkalien beschmutzt.
Die Deiche in Lauenburg sind laut Krisenstab stabil - Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. "Wir haben in Sachsen-Anhalt gesehen, wie schnell es gehen kann", sagte Schütt. Am Freitagmittag war der Pegelstand in Lauenburg im Vergleich zum Donnerstagabend um mehr als zehn Zentimeter gefallen. Am gegenüberliegenden Elbufer lag der Pegel Hohnstorf bei 9,23 Meter. Nach einer Prognose der Hochwasservorhersagezentrale in Magdeburg vom Donnerstag könnte der Wasserstand der Elbe dort am Sonntag auf unter neun Meter sinken.

Freiwillige Feuerwehr aus Schleswig-Holstein in Arneburg

Rund 300 freiwillige Feuerwehrleute haben sich am Freitag nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes mit 62 Fahrzeugen aus Schleswig-Holstein auf den Weg nach Sachsen-Anhalt gemacht. Sie sollen dort Deiche schützen und Sandsäcke befüllen. Der Krisenstab in Sachsen-Anhalt habe die Hilfe angefordert. Einsatzgebiet soll Arneburg nördlich von Stendal sein.
Die letzten Helfer der Hamburger Feuerwehr sind am Donnerstag von ihrem Einsatz in den Elbe-Hochwassergebieten Sachsens und Niedersachsens zurückgekehrt. Mit einem Kontingent von 175 Feuerwehrleuten hatten die Hamburger in Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg) und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden die Fluthelfer unterstützt und rund zwei Wochen gegen die steigenden Pegel angekämpft, sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitag. Dabei sicherten sie auch eine acht Kilometer lange Deichlinie bei Bleckede (Kreis Lüneburg) und verbauten 120.000 Sandsäcke, um den Schutzwall um etwa 40 Zentimeter zu erhöhen.

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