Pegel bei 9,50 Metern : Hochwasser: Deiche in Lauenburg halten

Eine mächtige Eiche blockierte am Donnerstag die Elbuferstraße bei Geesthacht blockiert. Foto: Jann
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Eine mächtige Eiche blockierte am Donnerstag die Elbuferstraße bei Geesthacht blockiert. Foto: Jann

Das Hochwasser in Lauenburg sinkt, die Deiche sind intakt. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh.

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14. Juni 2013, 09:43 Uhr

Lauenburg | Das Elbehochwasser in Lauenburg hat seinen höchsten Stand offenbar hinter sich. In der Nacht zum Donnerstag fiel es um rund sechs Zentimeter. Am Vormittag lag der Pegel in Lauenburg bei 9,50 Meter. Gegen Mitternacht hatte er noch bei 9,56 Meter gelegen. Die Lage habe sich weitgehend stabilisiert, an den Deichen seien bislang keine Risse festgestellt worden, sagte Krisenstabsprecher Peter Schütt. Derzeit prüfen Experten, wann mit dem Abpumpen des Wassers aus der Elbstraße begonnen werden kann. "Das hängt nicht nur vom Wasserstand, sondern auch vom Zustand der Straße ab, denn die Pumpen sind schwer und müssen von schweren Lastwagen gezogen werden", sagte Schütt.
Das extreme Hochwasser der Elbe hat den Boden am überschwemmten Ufer mittlerweile so sehr aufgeweicht, dass am Donnerstagmorgen eine rund 100 Jahre alte Eiche keinen Halt mehr fand. Der Baum stürzte zwischen Geesthacht und Krümmel unweit der Osterquelle quer über die Fahrbahn. Die Straße musste deshalb mehrere Stunden lang voll gesperrt werden. Gegen 7.30 Uhr war der mächtige Baum wie in Zeitlupe über das Bahngleis und die Elbuferstraße gestürzt. "Der Baum war kerngesund", sagte Dirk Pretzsch, der Baumsachverständiger der städtischen Betriebe. "Durch den aufgeweichten Boden ist der Baum, der nach hinten nur wenige Wurzeln hatte, umgefallen." Die Eiche hatte ohnehin immer schon eine Schieflage, ragte über das Bahngleis am Elbufer. "Wir hatten die ansonsten vitale Baumkrone schon einmal eingekürzt, um den Druck zu reduzieren", sagt Pretzsch. Doch selbst das half am Donnerstagmorgen nicht mehr. Der schiefe Baum stürzte langsam um.

Gebäude werden überprüft

Zunächst wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, doch der große Baum erforderte schweres Gerät. Daraufhin rückten die Mitarbeiter des Bauhofes mit Seilwinde, Schredder, Containermulde und mehreren Motorsägen an. Das Astwerk wurde gleich vor Ort geschreddert - es wird in der Hackschnitzelanlage des Bauhofes an der Mercatorstraße verheizt. Erst gegen Mittag war die Straße wieder frei.
Im Krisenstab ist dagegen die Frage des Pumpeneinsatzes in Lauenburg derzeit das Kernthema, sagte Schütt. "Die Anwohner wollen natürlich so schnell wie möglich in ihre Häuser zurück. Aber das geht erst, wenn wieder Strom da ist und die Gebäude von Bausachverständigen auf ihre Standfestigkeit überprüft worden sind. Beides ist erst möglich, wenn die Elbstraße trocken ist", sagte er. Durch die Überprüfung der Gebäude soll ausgeschlossen werden, dass sie wegen unterspülter Fundamente einstürzen und womöglich Nachbargebäude mitreißen. "Diese Möglichkeit ist aber rein hypothetisch" sagte Schütt.
Der Krisenstab ging davon aus, dass der Wasserstand im Laufe des Tages weiter zurückgehen wird. Am Morgen sank er ungefähr um einen Zentimeter pro Stunde. Dennoch gab es noch keine Entwarnung. "Der Pegelstand nach wie vor hoch und liegt immer noch deutlich über dem Höchststand von 2011, als 9,22 Meter erreicht wurden", sagte Schütt. Noch am Sonntag waren für diese Woche für Lauenburg Pegelstände von zehn Metern und mehr prognostiziert worden.

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