Bildungsstudie : Hochschulen sollen Kräfte bündeln

Hamburg und Schleswig-Holstein könnten im Bildungsbereich enger zusammenarbeiten. Eine Bildungsstudie sieht in diesem Bereich deutliches Potenzial für Kooperation.

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02. November 2012, 08:50 Uhr

Hamburg | Vor allem bei der Hochschulspezialisierung und der Integration von niedrig qualifizierten Schulabgängern gebe es erhebliche Kooperations-Möglichkeiten, wie eine am Donnerstag vorgestellte Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) im Auftrag der Hamburger Sparkasse ergab.
Eine erfolgversprechende länderübergreifende Kooperation der zahlreichen öffentlichen und privaten Hochschulen im Norden sollte bei der Abstimmung der Spezialisierungsprofile ansetzen, sagte Professor Henning Klodt vom IfW, einer der Autoren der Studie. "Es kommt für die Hochschulen darauf an, ihre Stärken zu stärken und sich aus Bereichen, in denen sie Schwächen aufweisen, eher zurückzuziehen." So könne auch im bundesweiten und internationalen Wettbewerb mit anderen Hochschulen Boden gewonnen werden. Insgesamt gebe es unter den Studienanfängern in Hamburg und Schleswig-Holstein eine starke Affinität zum norddeutschen Raum. Diese sollten beide Länder nutzen, um Fachkräfte frühzeitig zu binden. Es bestehe zudem ein Zusammenhang zwischen der Spezialisierung von Hochschulen und der Zufriedenheit ihrer Studenten.
Erhebliches Beschäftigungspotenzial bis zum Jahr 2025
Bei der beruflichen Bildung biete vor allem der Bereich der Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufe bis zum Jahr 2025 erhebliches Beschäftigungspotenzial, sagte Studienautorin Christina Boll vom HWWI. Der Zugang für niedrig qualifizierte Schulabsolventen zu diesen Berufen müsse aber verbessert werden, wenngleich in Schleswig-Holstein besser gelänge, Hauptschüler und Schüler ohne Abschluss in die Berufsausbildung zu integrieren.
Insgesamt hänge die Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker von einem funktionsfähigen und an den Markterfordernissen orientierten beruflichen Bildungssystem ab, sagte Boll. Durch einen gebündelten Bildungsmarkt würde auch der norddeutsche Arbeitsmarkt gestärkt.

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