Bildung : Hochschulen fordern Millionen vom Land

Die Hochschulen im Land, im Bild die Universität Flensburg, klagen über Unterfinanzierung. Foto: Staudt
Die Hochschulen im Land, im Bild die Universität Flensburg, klagen über Unterfinanzierung. Foto: Staudt

Die Hochschulen verlangen einen Sonderetat, um die Lehre zu verbessern. Der Rechnungshofpräsident Aloys Altmann schlägt Umschichtungen vor.

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10. März 2013, 10:28 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Hochschulen verlangen vom Land von 2016 an einen Sonderetat zur qualitativen Verbesserung der Lehre und Ausbildung. Dafür sollen zehn Millionen Euro aufgebracht werden, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Resolution der Landesrektorenkonferenz. Diese Summe entspreche vier Prozent der derzeitigen jährlichen Zuwendungen des Landes an die Hochschulen. Die Studenten sollen über die Verteilung der Mittel mitentscheiden.

Die Hochschulen litten seit Jahren an einer erheblichen strukturellen Unterfinanzierung, hieß es zur Begründung. "Eine zukunftsorientierte qualitative und nachhaltige Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen für unsere Studierenden, die mit der Konkurrenz nationaler und internationaler Hochschulen Schritt hält, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr umsetzbar." Außerdem forderten die Hochschulen, dass die Tarif- und Besoldungssteigerungen auf sie übertragen werden. Dies sei Grundvoraussetzung für die Unterzeichnung der neu auszuhandelnden Zielvereinbarungen mit dem Land. Dieses habe bei den Ausgaben für Forschung und Lehre seit 2011 rund 35 Millionen Euro eingespart.

Rechnungshof-Chef will Studiengebühren

Rechnungshofpräsident Aloys Altmann hält die Hochschulen ebenfalls für unterfinanziert. Für Forschung und Lehre mit über 49.000 Studenten wende das Land pro Jahr über 500 Millionen Euro auf - aber je Student gebe es deutlich weniger als 1991. Die gesamte Finanzierung müsse auf den Prüfstand, forderte Altmann. Landtag und Landesregierung müssten entscheiden, wie viele Studienplätze vorgehalten werden sollen. "Ein Maximum an Forschung und ein gleichzeitiges Maximum an Lehre lassen sich mit begrenzten Budgets nicht realisieren." Eine Richtungsentscheidung müsse her.

Altmann bekräftigte den Vorschlag, teure Medizin-Studienplätze abzubauen. So könnten 17 Millionen Euro umgeschichtet werden. Ein Drittel der Mittel für die Hochschulen geht in die Medizin. Altmann schlägt auch vor, dass die Hochschulen kostendeckende Gebühren für Weiterbildungsstudiengänge erheben. Zudem setzt er sich für Studienbeiträge ein, die derzeit in Deutschland ein Auslaufmodell und für die Landespolitik kein Thema sind. Land und Hochschulen könnten es sich nicht leisten, auf zusätzliche Einnahmen von 36 Millionen Euro zu verzichten", meinte Altmann.

Der CDU-Hochschulpolitiker Daniel Günther forderte die von SPD und Grünen geführten Landesregierungen auf, ihre "Blockadepolitik" im Bundesrat gegen die Aufhebung des sogenannten Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern aufzugeben. "Allein wird Schleswig-Holstein den Sanierungsstau an unseren Hochschulen und die Beendigung der Unterfinanzierung niemals schultern können."

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