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Bargteheide : Hochgiftige Flusssäure erschwert Rettungseinsatz

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Der Suizid eines Mannes hat am Sonnabend in Bargteheide einen Großeinsatz für die Rettungskräfte ausgelöst und Ersthelfer, Rettungsmitarbeiter, Feuerwehrleute und Polizisten in große Gefahr gebracht.

Bargteheide | Großeinsatz für die Rettungskräfte in Bargteheide (Kreis Stormarn): Der Suizid eines Mannes hat am Sonnabend Ersthelfer, Rettungsmitarbeiter, Feuerwehrleute und Polizisten in große Gefahr gebracht.

Bevor er seinen Wagen anzündete, hatte der Mann das starke Kontaktgift Flusssäure versprüht und getrunken. Ersthelfer hatten den brennenden Wagen im Wald neben der Alten Landstraße entdeckt und sofort den Notruf gewählt. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versuchten sie, den Mann aus dem brennenden Wagen zu ziehen, was durch eine ausgelöste Verpuffung aber nicht gelang.

Die Rettungsleitstelle löste einen größeren Alarm aus und schickte neben der Freiwilligen Feuerwehr Bargteheide mehrere Rettungswagen, den leitenden Notarzt und weitere Notärzte zum Einsatz. Zusätzlich wurde ein Hubschrauber der Bundespolizei im Ersatzdienst für den Rettungshubschrauber Christoph 12 nach Bargteheide alarmiert.

Die Leitende Kreisverwaltungsdirektorin Anja Kühl sagte: "Wegen der Gefährlichkeit der hochgiftigen Flussäuse wurden auch der Löschzug Gefahrgut (LZG) des Kreises Stormarn, der Umweltdienst des Kreises Stormarn und die  Analytische Task-Force der Hamburger Feuerwehr (ATF) zum Einsatzort geschickt."

Ersthelfer, mehrere Rettungsdienstmitarbeiter und Feuerwehrleute kamen bei den Rettungsarbeiten mit dem Gift in Kontakt und wurden behandelt. Die Einsatzfahrzeuge und die Kleidung der Rettungskräfte müssen zur Hamburger Umweltwache zur Dekontamination.

Während des mehrstündigen Einsatzes war die Alte Landstraße in Bargteheide gesperrt. Die Polizei leitete den Verkehr örtlich um.

Flusssäure ist ein starkes Kontaktgift. Ihre Gefährlichkeit wird dadurch erhöht, dass sie wegen ihrer hohen Lipidlöslichkeit von der Haut sofort resorbiert wird. Dadurch ist eine Verätzung tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen möglich, ohne dass die Haut äußerlich sichtbar verletzt ist. Durch sofortiges Unterspritzen des kontaminierten Gewebes mit Calciumgluconat-Lösung kann einem tieferen Eindringen entgegengewirkt werden.

Eine handtellergroße Verätzung durch 40-%-ige Flusssäure ist in aller Regel durch resorptive Giftwirkung tödlich. Besonders gefährlich ist, dass ein warnender Schmerz oft erst mit einer Verzögerung von mehreren Stunden auftritt. Schmerzstillende Mittel, selbst Betäubungsmittel wie Morphin und Fentanyl, sind hierbei fast wirkungslos. Flusssäure wird u.a. zum Ätzen von Glas und Metallen eingesetzt.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 15:57 Uhr

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