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Reise durch Deutschland ab 13. Februar : „HitchBot“: Der Poolnudel-Roboter kommt nach SH

vom
Aus der Onlineredaktion

Der „HitchBot“ machte im Sommer 2014 auf sich aufmerksam, als er durch Kanada trampte. Jetzt kommt der kleine Roboter nach Deutschland und soll auch den Norden besuchen.

Flensburg/München | Er hat blaue Arme und Beine aus Poolnudeln. Dazu trägt er gelbe Spülhandschuhe. Seine Mitte steht aus einem weißen Plastikeimer. Eine umgedrehte Salatschüssel und eine Kuchenhaube bilden das Haupt des „HitchBot“. Aus der Salatschüssel wird man von einem LED-Gesicht angezwinkert. Der trampende Roboter kommt am nächstem Freitag nach Deutschland. Der Starttermin am 13. Februar ist hoffentlich kein böses Omen für den Start einer Tour de Bundesrepublik, die bis zum 22. Februar andauern soll. Auf seiner Reise kommt der Roboter auch nach Hamburg und Schleswig-Holstein.

Der kleine Poolnudel-Kamerad trampte zuvor bereits mehr als 6000 Kilometer durch Nordamerika. Seine Reise von Halifax nach Victoria wurde zu einem viralen Hit auf Twitter und machte den „HitchBot“ zu einer Berühmtheit. Viele nahmen den trampenden Roboter ein Stück mit und veröffentlichten Fotos mit sich und dem Bot in dem sozialen Netzwerk. Die Deutschlandtour wird von Pro Sieben, beziehungsweise von dessen Wissensmagazin „Galileo Spezial“, organisiert.

Die Idee des „HitchBot“ ist einfach: Wer ihn an der Straße findet, braucht ihn nur hochzuheben und ins Auto zu packen. Sein hinteres Stützbein lässt sich dafür hochklappen, sein Hintern besteht aus einem Kindersitz. Auf der Rückseite findet sich eine Anleitung. Betrieben wird der Roboter mit Solarzellen, kann aber auch per Kabel an eine Steckdose oder den Zigarettenanzünder im Auto angeschlossen werden.

„HitchBot“ soll in München starten und über die Zugspitze und den Trubel des Kölner Karnevals bis in die Hauptstadt trampen. Auf der offiziellen Twitter-Seite des Bots ist die ganze Route zu sehen. Auf Sylt und möglicherweise auch in Flensburg wird der Bot zu sehen sein. Neben den vorgegebenen Orten der geplanten Route, werden die Twitterer gefragt, wo es noch hingehen soll.

Der „HitchBot“ selbst ist bereit für den Trip nach Deutschland. Auf Twitter warnt er bereits: „Es wird nicht einfach für mich, Tweets auf Deutsch zu schreiben.“ Der Roboter spricht mit einer Stimme ähnlich der eines Navigationsgerätes, verfügt über eine Spracherkennung und eine Schnittstelle zu Wikipedia - und soll sich so fast wie ein normaler Anhalter mit seinen Mitfahrern unterhalten. Immer klappt das allerdings nicht.

Nach seiner Reise wird der Bot in Hamburg auf der „Social Media Week“ zu sehen sein. Vom 23. bis zum 27. Februar steht die Messe im Zeichen von sozialen Medien, Digitalem und Technik. Der „HitchBot“ wird in einem Vortrag am 25. Februar ab 18 Uhr vorgestellt.

Die Erstreise, die im Juli 2014 in Kanada startete, sollte der urspünglich der Wissenschaft dienen. „Wir wollen Roboter in Situationen einbauen, in denen man sie sonst nicht erwarten würde und damit Diskussionen anregen“, sagt die deutsche Kommunikationsprofessorin Frauke Zeller von der Ryerson Universität in Toronto, die sich den „HitchBot“ gemeinsam mit ihrem Kollegen David Smith und einem großen interdisziplinären Team von Wissenschaftlern und Studenten ausgedacht hat. Die Grundidee der Wissenschaftler ist einfach: „Dieses Projekt soll Diskussionen über das Per-Anhalter-Fahren anregen und warum das fast niemand mehr macht“, erklärt Zeller. „Außerdem geht es natürlich um die Interaktion zwischen Mensch und Roboter.“

Und die Interaktion klappt. Vor seiner Deutschlandtour gewann der Poolnudel-Roboter bereits 31.400 Follower auf Twitter. Auf Facebook folgten der Kanada-Reise über 48.000 Fans. Auf der offiziellen Homepage hitchbot.me gibt es noch mehr Informationen zum Projekt.

(mit dpa)

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erstellt am 06.Feb.2015 | 16:49 Uhr

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