Holzgebilde oder Wrack : Historischer Fund im Flensburger Hafen

Noch ist nicht klar, ob die Holzkonstruktion zu einem Schiff oder etwa einer größeren Brückenkonstruktion gehört. Foto: Stephan Thomsen
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Noch ist nicht klar, ob die Holzkonstruktion zu einem Schiff oder etwa einer größeren Brückenkonstruktion gehört. Foto: Stephan Thomsen

Taucher der Feuerwehr machen einen spektakulären Fund. Im Flensburger Hafen entdecken sie wohl ein Jahrhunderte altes Schiffswrack.

shz.de von
18. April 2013, 02:09 Uhr

Flensburg | Feuerwehrtaucher haben am Mittwochmorgen im Flensburger Hafen vermutlich ein Jahrhunderte altes Schiffswrack entdeckt. Dies teilte die Wasserschutzpolizei gegenüber shz.de mit. Jens Albert, Beamter der Wasserschutzpolizei Flensburg und ihr designierter Sprecher, zu dem Fund: "Die Feuerwehrtaucher sollten den Rumpf von unserem Streckenboot Glücksburg auf Winterschäden untersuchen. Dabei entdeckten sie das Holzgebilde. Ob es tatsächlich ein Wrack ist, muss sich noch zeigen."

Aber nach der Ansicht von Fotomaterial spricht für Dr. Martin Segschneider, Leiter des Archäologischen Landesamtes in Schleswig, einiges für ein hölzernes Schiffswrack: "Ich halte das für sehr wahrscheinlich. Die Fotos zeigen ein Spanntengerüst und Innenverplankung." Allerdings sei deswegen noch keineswegs klar, dass der Fund auch für das Archäologische Landesamt interessant ist. "Nur wenn das Schiff älter als von 1850 ist, ist es von archäologischer Bedeutung." Das Amt bereitet weitere Untersuchungen vor. Forschungstaucher sollen mehr Klarheit schaffen. Segschneider: "Wenn die beim Betauchen feststellen, dass es sich um ein Schiff von 1920 handelt, weil auch noch die Dampfmaschine gefunden wird ist das Thema durch!" Sollte nichts vergleichbares der Fall sein, würden genauere Altersbestimmmungen am Holz stattfinden. Das könne Monate dauern, sagte Segschneider.

Alter noch völlig unklar

Während nach der Einschätzung der Wasserschutzpolizei zunächst historische Schusswaffen darauf hinwiesen, dass der Fund aus dem 18. oder 19. Jahrhunder stamme, relativiert Segschneider nach einer Rücksprache mit den Beamten: "Die Karabiner mit Steinschlössern können nicht eindeutig der Holzkonstruktioin zugeordnet werden. Sie wurden lediglich in der Nähe gefunden."

Die Holzkonstruktion liegt am Westufer des Flensburger Hafens. Parallel zur Hafenkante, in Höhe der Liegeplätze der Traditionsschiffe "Sunthorice" und "Alexandra". Es ist zehn Meter lang. Freigelegt wurde der Fund wohl durch den Besuch eines sehr modernen Schiffes: Im vergangenen Jahr besuchte die "Dolphin Jet" Flensburg. Der Hochgeschwindigkeitskatamaran der Förde Reederei Seetouristik (FRS) wird mit kraftvollen Wasserstrahldüsen angetrieben.

Düsenantrieb legt Fund frei

Der Flensburger Fotograf Thomas Raake erinnert sich an Eindrücke von Luftaufnahmen, die er im Auftrag der FSG vom ablegenden "Dolphin Jet" gemacht hat: "Neben dieser großen Fähre sahen die anderen Schiffe aus wie kleine Beiboote. Und man konnte sehen, dass da richtig viel aufgewirbelt wurde." Eine richtig große Hecksee, also eine große Fläche mit aufgewirbeltem Wasser, hätte der Antrieb erzeugt, Wasser habe sich durch aufgewirbelten Schlick verfärbt und den Salondampfer "Alexandra" habe es richtig an die Pier gedrückt.

Dazu passen die Eindrücke der Feuerwehrtaucher, die Raake so wiedergibt: "Im schlickigen Hafengrund ist ein richtiges Loch."

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