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Mitarbeiter warnen : Hilferuf der Retter: Chaos in Elmshorner Leitstelle

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Ausgefallener Funk und streikende Alarmierungsgeräte: Technischen Probleme kosten Menschenleben. Davor warnen jetzt die Mitarbeiter der Regionalleitstelle Elmshorn.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 07:09 Uhr

Elmshorn | Ständig technische Probleme: der Funk fällt aus, Alarmierungsgeräte, GPS-Ortungssysteme oder das Einsatzprogramm streiken. Das Chaos in der Kooperativen Regionalleitstelle Elmshorn (KRLS) scheint weitaus größer zu sein, als bislang angenommen. In einem Brief an den sh:z prangern Mitarbeiter des Rettungsdienstes massive Probleme in der täglichen Arbeit an.
Besonders prekär: Bei vielen Alarmierungen kommt es auf jede Sekunde an. Es geht um Menschenleben. Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes befürchten, dass aufgrund der technischen Pannen und den daraus folgenden Zeitverzögerungen bereits Menschen gestorben sind. Nicht nur bei den Einsätzen der Rettungsdienste gibt es Schwierigkeiten. Auch Feuerwehr und Polizei leiden unter technischen Problemen. Das wurde unserer Zeitung hinter vorgehaltener Hand bestätigt.

Immer wieder Schwierigkeiten mit der Technik


Neu sind die Probleme keineswegs: Bereits vor gut einem Jahr hatte Stephan Bandlow-Hoyer, Chef der Leitstelle, den Politikern im Kreis Pinneberg ein Gutachten vorgelegt, in dem von erheblichen technischen Problemen die Rede war. Das räumt auch Marc Trampe, Sprecher der für die Regionalleitstelle zuständigen Pinneberger Kreisverwaltung ein. Seit 2010 haben Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei eine gemeinsame Leitstelle. Und seitdem, so Trampe, habe es immer wieder Schwierigkeiten mit der von einer österreichischen Firma installierten Technik gegeben. Für die Technik sei jedoch das Land zuständig. Die Pressestelle des Innenministeriums war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Die Leitstelle in Elmshorn koordiniert für die Landkreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen Rettungsdienste, Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten sowie Polizeieinsätze für die Kreise Pinneberg und Segeberg, Steinburg und Dithmarschen.

Beseitigung grober Mängel


Erst vor zehn Tagen hatte der Pinneberger Kreistag entschieden, das Leitstellen-Gebäude vom in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Investor zu übernehmen, um grobe Mängel bei der Lüftungsanlage und dem Brandschutz beseitigen zu können.
Unstrittig ist, dass die massiven Probleme erst auftraten, als die gemeinsame Technik für Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei installiert wurde. Beim Zweckverband der zweiten Kooperativen Regionalleitstelle im Land in Harrislee bei Flensburg denkt man über eine technische Trennung von Feuerwehr und Rettungsdienst auf der einen und Polizei auf der anderen Seite nach. Dort jedoch aus Gründen der höheren Flexibilität, die häufig an hohen Sicherheitsstandards der Polizei scheitert. Allerdings war es auch in Harrislee nach Inbetriebnahme der Leitstelle zunächst zu technischen Problemen gekommen.
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