Seehundstation : Heuler-Rekord in Friedrichskoog

Seehunde in Friedrichskoog: Die Seehundstation hat für das Jahr 2012 eine positive Bilanz gezogen. Foto: dpa
Seehunde in Friedrichskoog: Die Seehundstation hat für das Jahr 2012 eine positive Bilanz gezogen. Foto: dpa

Rekord: 174 verwaiste Seehundbabys hat die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen in diesem Jahr aufgenommen.

Avatar_shz von
31. Dezember 2012, 04:08 Uhr

Friedrichskoog | Die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen hat für 2012 eine positive Bilanz gezogen. In diesem Jahr wurden 174 von ihren Müttern verlassene Seehundbabys aufgenommen, sagte die Leiterin der Seehundstation, Tanja Rosenberger: "Das ist neuer Rekord." Einziger Wermutstropfen sei die gesunkene Besucherzahl: 2012 wurden nur 130.000 Besucher gezählt und damit rund 17.000 weniger als in den vergangenen Jahren.
Zurzeit sind in der Seehundstation bereits die ersten verwaisten Kegelrobbenheuler des Winters 2012/2013 zu sehen. Kegelrobben werden mitten im Winter geboren. "Die Geburtenzeit dauert noch bis Ende Januar", sagte Rosenberger.

Vier neue Aufzuchtbecken

Die Seehundstation Friedrichskoog ist nach einem internationalen Abkommen die einzige berechtigte Aufnahmestelle für Heuler in Schleswig-Holstein. Hier werden die kulleräugigen Tierbabys aus Nord- und Ostsee vor dem Hungertod gerettet. Dafür kommen sie zunächst zwei Tage lang in ein Quarantänebecken, bevor sie in ein normales Aufzuchtbecken umziehen dürfen.
Sieben Aufzuchtbecken standen für die Heuler bislang zur Verfügung, im kommenden Jahr werden es elf sein. Die neuen Becken sollen im Frühjahr bezugsfertig sein, hofft Rosenberger. "Damit sind wir gut gerüstet, einen hohen qualitativen Aufzuchtstandard leisten zu können." In Friedrichskoog werden die Jungtiere in der ersten Zeit in Gruppen gehalten. "In dieser Zeit suchen sie noch den Kontakt zu ihren Artgenossen", erklärte Rosenberger. Die Heuler drängen sich dann selbst auf großen Liegeflächen eng aneinander. "Auch in der freien Natur werden Seehundbabys erst zum Einzelgänger, wenn sie abgestillt sind", sagte Rosenberger. Das könne man auch in der Station beobachten: "Im Auswilderungsbecken halten sie Abstand zueinander und klatschen mit den Flossen, wenn jemand ihnen zu nahe kommmt: Sie zeigen das normale Sozialverhalten." Abgetrennt von den Heulern beherbergt die Station auch Dauergäste.

Finanzierung über Spenden und Eintrittskarten

Derzeit lebt in Friedrichskoog neben Seehunden auch die zweite heimische Robbenart: Die Kegelrobbe. Sie kann bis zu drei Meter lang und 320 Kilogramm schwer werden und ist damit Deutschlands größtes Raubtier. In der Station leben zwei Kegelrobben gemeinsam mit fünf Seehunden in einem knapp 800.000 Liter großen Becken.
In der Seehundstation arbeiten fünf feste Mitarbeiter sowie mehrere ehrenamtliche Helfer. Seit 1996 finanziert sie sich ohne staatliche Zuschüsse ausschließlich mit Spenden und dem Verkauf von Eintrittskarten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen