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Kreis Segeberg und Kreis Stormarn : Henstedter Moor: Schleswig-Holstein hat ein neues Naturschutzgebiet

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Das 218 Hektar große Gebiet steht seit Dienstag unter besonderem Schutz. Das Moor soll in Zukunft renaturiert werden.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2017 | 12:13 Uhr

Henstedt | Das Henstedter Moor ist Teil eines ehemals großen Moor- und Heidegebietes und seit Dienstag offiziell ein Naturschutzgebiet. Umweltminister Robert Habeck teilte mit, dass die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet Henstedter Moor ab sofort in Kraft sei.

Das neue Naturschutzgebiet ist rund 218 Hektar groß und liegt überwiegend in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg sowie auf dem Gebiet der Stadt Norderstedt und der Gemeinde Tangstedt (Amt Itzstedt). Es grenzt direkt an das seit 2004 bestehende Naturschutzgebiet Oberalsterniederung. Neben den Moor- und Heideflächen ist das Gebiet geprägt von Nasswiesen, Sümpfen, artenreichem Grünland, naturnahen Laubwäldern und Knicks. Dieser Lebensraumkomplex bietet spezielle Bedingungen, auf die eine Vielzahl seltener und teilweise europaweit gefährdeter wildlebender Tier- und Pflanzenarten angewiesen ist. Mit etwas Glück sind im neuen Naturschutzgebiet unter anderem Kiebitze, Moorfrosch, Ringelnatter, Neuntöter, Kranich oder Weißstorch zu entdecken.

„Das Gebiet ist aufgrund seiner Seltenheit von besonderer landeskundlicher Bedeutung. Außerdem vernetzen wir so die Moore in der Region miteinander und stärken die Qualität des Naturschutzes“, sagte Habeck. Sein besonderer Dank gelte der Gemeinde Henstedt-Ulzburg, die eine Ausweisung des Naturschutzgebietes selbst initiiert und das Verfahren über die Jahre vorbildlich unterstützt habe.

Die Gesamtfläche aller 16 Naturschutzgebiete im Kreis Segeberg vergrößert sich mit dem neuen Gebiet auf 2.611 Hektar, rund 1,9 Prozent der gesamten Kreisfläche. Im Kreis Stormarn vergrößert sich die Naturschutzgebietskulisse auf 3.734 Hektar (rund 4,9 Prozent der Kreisfläche auf 18 Naturschutzgebiete).

Im Naturschutzgebiet werde zukünftig auf eine Intensivierung der Entwässerung, auf einen Umbruch von Grünland, auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und in den Moorgrünlandbereichen sowie unmittelbar an den Moorkernbereich angrenzend auch auf eine Düngung verzichtet, heißt es in der Mitteilung. Zum Schutz von Vegetation und der Wiesenvögel werde außerdem auf die Bodenbearbeitung und Mahd vom 5. April bis einschließlich 20. Juni eines jeden Jahres verzichtet.

Wie in allen Naturschutzgebieten von Schleswig-Holstein gilt auch im Henstedter Moor eine Anleinpflicht für Hunde. Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet ist das Henstedter Moor auch als Oase der Ruhe und zur Naturbeobachtung langfristig gesichert; vorhandene Wander-, Reit- und Radwege bleiben erhalten.

Eine Wiedervernässung des Moorkernbereiches sei mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet noch nicht realisiert worden, sie sei aber langfristiges Ziel aus Sicht des Naturschutzes, heißt es in der Mitteilung. Eine Renaturierung des Moores werde gleichzeitig auch den Erholungswert des Gebietes steigern. Das Interesse vor Ort an einem Holzbohlenpfad, einer Beobachtungsplattform sowie an Besucherinformationstafeln, wie es sie in Schleswig-Holstein auch in anderen renaturierten Mooren gibt, sei jetzt schon hoch.

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