Trakehner-Auktion : Hengstmarkt mit viel Herzschmerz

Einer der großen Momente des Trakehner Hengstmarktes:  Philip Wilm (11) aus Tasdorf und sein Hengst Prinz Patmos. Der gekörte Vierbeiner wurde Reservesieger und – zum Leidwesen von Philip – bei der Auktion verkauft. Foto: Lafrentz
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Einer der großen Momente des Trakehner Hengstmarktes: Philip Wilm (11) aus Tasdorf und sein Hengst Prinz Patmos. Der gekörte Vierbeiner wurde Reservesieger und – zum Leidwesen von Philip – bei der Auktion verkauft. Foto: Lafrentz

Knapp 1,6 Millionen Euro wurden bei der Auktion des Trakehner Hengstmarktes in den Neumünsteraner Holstenhallen umgesetzt. Ein kleiner Fan musste hier jedoch Abschied von seinem Liebling nehmen.

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28. Oktober 2008, 12:39 Uhr

Neumünster | Der 46. Internationale Trakehner Hengstmarkt war nicht nur ein großes Geschäft, sondern auch ein Platz der großen Gefühle. Im Mittelpunkt stand Philip Wilm. Der Elfjährige, dessen Mutter Petra Wilm das bekannte Trakehnergestüt Tasdorf (Kreis Plön) gehört, hatte auf einer Fohlenauktion vor zwei Jahren den Hengst Prinz Patmos entdeckt und von seiner Mutter für 13.000 Euro kaufen lassen.
Dieser edle Braune wurde gestern zum Reservesieger der Hengstkörung ernannt. Petra Wilm hatte sich schon vorher entschlossen, den Vierbeiner zu verkaufen. "Als ich Philip das gesagt habe, hat er mir fast die Freundschaft gekündigt", gab Petra Wilm zu. Ihr Sohn, der mit Leib und Seele Trakehner-Fan ist, musste mit den Tränen kämpfen, als das Gespräch auf den Verkauf seines Hengstes kam, zu eng ist die Verbindung zwischen ihm und Prinz Patmos. Jeden Tag nach der Schule war Philip zum Hengst gegangen, hatte ihm Geschichten vorgelesen und mit ihm gespielt.
Die Auktion brachte deutlich weniger als im Vorjahr
Dieses ganz besondere Verhältnis wurde deutlich, als Philip bei der Versteigerung die letzte Runde mit Prinz Patmos an der Hand durch die Holstenhalle drehen durfte. Behutsam passte der Hengst auf, dass der Elfjährige mitkam. Auktionator Uwe Heckmann ließ Philip sogar den dritten Hammerschlag ausführen. Für 110.000 Euro kaufte Nils Bezold aus Kiel vom neuen Gestüt Drei Kronen das Tier. Der Reservesieger war damit das teuerste Pferd der Auktion und wird zunächst weiterhin in Tasdorf bei Familie Wilm stehen - sehr zur Freude von Philip. "Ich bin froh darüber", gab der junge Herr Wilm zu.
Sieger der Körung wurde Iskander von Maren Engelhardt (USA) und Kerstin Aronis (Hamburg). Zur Welt gekommen ist der Dunkelbraune bei Hans Derlin in Berkenthin. Iskander ging für 90.000 Euro ins Landgestüt Marbach (Baden-Württemberg). Insgesamt wurden 16 der 56 angetretenen Hengste gekört. Die Auktion der Hengste, Stuten, Fohlen und Reitpferde brachte knapp 1,6 Millionen Euro, deutlich weniger als im Vorjahr. Ein Grund dürfte die weltweite Finanzkrise sein. "Die Großwetterlage hat die Situation nicht einfacher gemacht", erklärte Zuchtleiter Lars Gehrmann.

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