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Ab Cuxhaven und Hamburg : Helgoland: Eine Fähre macht der Insel Hoffnung

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Die „Helgoland“ liegt noch in der Werft. Ab Sommer soll sie die Reise auf die Insel nicht nur komfortabler machen.

Berne | Noch fliegen beim Schweißen die Funken, kreischen die Schleifmaschinen. Überall wuseln Arbeiter durch die Decks, ziehen Kabel oder verlegen Isoliermaterial. In wenigen Monaten soll die 83 Meter lange neue Helgoland-Fähre der Reederei Cassen Eils erstmals zu Deutschlands einziger Hochseeinsel aufbrechen. Seit Dezember liegt die „Helgoland“ zum Innenausbau auf der Fassmer-Werft in Berne an der Weser. Die Übergabe ist für Juni vorgesehen. „Wir liegen gut im Plan“, sagt Reederei-Geschäftsführer Bernhard Brons am Dienstag bei einer Besichtigung.

Das knapp 31 Millionen Euro teure Schiff wird mit flüssigem Erdgas betankt (LNG) und ist nach Brons Angaben der erste Neubau eines Passagierschiffs dieser Art in Europa. Die Hauptmaschinen verbrennen Erdgas, das bei -162 Grad flüssig in einem isolierten Tank im Schiffsbauch lagert. Zum Starten und als Reserve steht auch konventioneller Treibstoff zur Verfügung. Die Motoren vertragen beides. Der umweltfreundliche Treibstoff soll einmal pro Woche per Lastzug aus den Niederlanden geliefert werden. Für die gut acht Millionen Euro teure Antriebsanlage bekommt die Reederei einen 50-prozentigen Zuschuss von der EU.

Im Sommerhalbjahr wird die „Helgoland“ an Wochenenden auch Abfahrten von Hamburg aus anbieten. Im Winterhalbjahr gibt es sechs wöchentliche Fahrten von Cuxhaven. Damit soll sich auch die Versorgung der Insel mit Waren verbessern. Das Schiff kann zehn Container von gut drei Meter an Bord nehmen.

Die Helgoländer fordern seit Jahren Fortschritte im Verkehr zum Festland. Immer wieder fallen im Winter Fahrten wegen schlechten Wetters aus. Viele Fahrgäste empfinden die Überfahrt von Cuxhaven auf den alten Seebäderschiffen besonders bei Seegang als unkomfortabel.

Mit der neuen „Helgoland“ soll das besser werden. Um das gefürchtete Rollen des Schiffes im Sturm, die seitliche Neigung, zu reduzieren, werden zwei je elf Tonnen schwere Stabilisatoren eingebaut. Bei Seegang fährt der Kapitän so etwas wie Flügel an den Seiten des Schiffs aus. Ein Computerprogramm steuert den Anstellwinkel, so dass nach Bedarf Auf- oder Abtrieb erzeugt wird, um das Schiff stabil zu halten. „Das ist uns etwas wert“, sagt Brons beim Blick auf die Kosten von etwa einer Million Euro.

Helgolands Bürgermeister Jörg Singer freut sich auf das neue Schiff. „In Kürze wird mit der neuen ,Helgoland' für viele Insulaner ein Traum wahr“, teilte er mit. „Am meisten freut mich die Pionierkraft der Reederei und die Professionalität der Werft, eines der modernsten und umweltfreundlichsten Passagierschiffe in Europa anzufertigen.“ Der Tourismus auf Helgoland hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Zahl der Tagesgäste ist gesunken, die Bedeutung der Gäste in Hotels und Ferienwohnungen dagegen gestiegen. Nach vielen Jahren des Niedergangs und des Verlusts von Verbindungen zum Festland könnte das neue Schiff den gerade eingesetzten Aufschwung unterstützen.

Dazu gehört auch die Abkehr vom Ausbooten. Bisher gingen viele Seebäderschiffe vor der Insel vor Anker, die Passagiere mussten in kleine offene Holzboote umsteigen. Die „Helgoland“ wird ganzjährig an einem Anleger festmachen, der Ausstieg ist barrierefrei. Wer jedoch auf die vorgelagerte Düne möchte, kann direkt vom Schiff in eines der traditionellen Boote umsteigen.

Sie mögen Helgoland? Dann wird Sie auch unsere Multimedia-Reportage über die Seenotretter der DGzRS auf dem "Roten Felsen" interessieren. Sie finden die Reportage unter helgoland.shz.de
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erstellt am 24.Feb.2015 | 17:55 Uhr

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