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Neues Youtube-Video : Helene Nissen liest nach ESC-Vorentscheid Hasskommentare vor

vom

„Abiturvergeigerin“, „Schande für Deutschland“, „Babystimme“: Die 20-Jährige aus Hollingstedt geht mit Kritik offen um.

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 07:52 Uhr

Hollingstedt | Wie geht man in Zeiten von Hate-Speech mit Kritik um? Die 20-jährige Helene Nissen aus Hollingstedt (Kreis Schleswig-Flensburg), die beim ESC-Vorentscheid am vergangenen Donnerstag auf dem dritten Platz landete, hat eine Antwort. Mit einem neuen Youtube-Video meldet sich die Schülerin zurück. Darin singt sie aber nicht, sondern liest kritische Kommentare vor. Sie habe sehr viel Feedback bekommen, erklärt sie zu Beginn des Videos. Eine Hälfte der Leute habe sie „total scheiße“ gefunden, die andere „super, super cool“. Die Negativ-Kommentare hätten sie sehr amüsiert. Das habe sie zum Anlass genommen, ein Video mit den Top-Hater-Kommentaren zu drehen.

Nach ihren Auftritten mit dem Coversong „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash und dem ESC-Song „Wildfire“ ging es für die 20-Jährige nicht weiter. Am Ende machte Isabella Levina Lueen das Rennen. Sie vertritt Deutschland beim Eurovision Song Contest am 13. Mai in Kiew (Ukraine).

Im Video liest die 20-Jährige Aussagen vor wie: „Da kann ich ja besser singen!“ Der Kommentar der 20-Jährigen: „Cool, schick mir doch mal ein Video.“ Amüsiert ist Helene Nissen auch von einem weiteren Kommentar: „Toll, wenn man genauso heißt wie jemand, dessen Stimme ich nicht mag.“

In Anspielung auf ihren ersten Auftritt schrieb jemand: „Johnny Cash würde sich im Grab umdrehen, wenn er das hören würde.“ Ein Favorit der Hollingstedterin ist die Aussage eines Kommentators, sie sei „eine Schande für Deutschland“.

Neben vielen Kommentaren über ihr Alter – sie sehe jünger aus, als sie ist – wurde auch das vermeintliche Lispeln von Helene Nissen kritisiert. Ihr Kommentar dazu: „Jeder, der lispelt, kann dazu stehen und sollte stolz darauf sein.“ Ihr Lieblings-Hasskommentar bezog sich dann erneut auf Johnny Cash: „Wenn er gewollt hätte, dass man sein Lied jodelt, dann hätte er es gejodelt.“

Helene Nissen sei für das große positive Feedback abgesehen von den Negativ-Kommentaren sehr dankbar. Mit dem Wettbewerb und ihrem Ergebnis ist sie „sehr, sehr zufrieden“. „Der dritte Platz ist mega krass, darauf kann ich sehr stolz sein“, sagte sie vergangene Woche begeistert. Die Erfahrung, die sie gemacht hat, beschrieb sie als „super cool“. Nun blickt die Hollingstedterin gespannt und auch optimistisch in die Zukunft. In dieser Woche geht es wieder zum Unterricht ins BBZ, wo sie ihr Abitur machen möchte. Aber trotzdem hat Helene Nissen einen großen Wunsch: „Ich hoffe jetzt, dass sich vielleicht noch etwas anderes für mich ergibt und ich meinen Traum, Musik zu machen, vielleicht doch noch verwirklichen kann.“

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