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Umweltministerium warnt : Hasenpest in SH: Erster Fall seit 20 Jahren

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Im Norden von Schleswig-Holstein ist ein Fall von Hasenpest bekannt geworden. Das Umweltministerium ist alarmiert. Die Krankheit ist auch für Menschen gefährlich.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2014 | 17:24 Uhr

Kiel | Bei einem Feldhasen in Schleswig-Holstein ist der erste Fall der auf den Menschen übertragbaren Hasenpest nachgewiesen worden. Aus Vorsichtgründen sollten Hasen, Kaninchen oder andere Nagetiere, die ihre natürliche Scheu verloren haben, teilnahmslos oder tot aufgefunden werden, nicht angefasst werden, riet das für Tierseuchenbekämpfung zuständige Umweltministerium am Dienstag in Kiel.

Der Hase war im nördlichen Landesteil tot aufgefunden worden. Das Ministerium bittet Jäger, sowohl Hasen ohne sichtbare Scheu oder Fluchtverhalten sowie Tiere mit auffälligen Organbefunden zur Untersuchung an das Landeslabor zu schicken.

Die Hasenpest - bei Experten als Tularämie bekannt - wird unter anderem durch den unmittelbaren Kontakt mit einem infizierten Tier übertragen, erklärt das Ministerium. Auch die Zubereitung und der Verzehr von nicht genügend durchgegartem Fleisch berge ein Infektionsrisiko. Im tiefgekühlten Wildbret bleibe die Ansteckungsfähigkeit über Monate hinweg erhalten. Beim Umgang mit dem rohen infizierten Fleisch, etwa beim Auftauen, sei eine Infektion nicht ausgeschlossen. Durch Durchgaren werde der Erreger zuverlässig abgetötet. Eine Übertragung könne aber auch durch die Inhalation erregerhaltigen Staubes oder kleiner Bluttröpfchen, in denen sich der Erreger befindet, oder durch Zecken und Steckmücken erfolgen.

Hasen und Kaninchen werden in Schleswig-Holstein bei möglichen Anzeichen von Hasenpest zur Untersuchung ins Landeslabor eingesendet. Von den 2014 durchgeführten 13 Untersuchungen wurde jetzt erstmals ein Hase positiv getestet. Dies ist der erste Befund seit Anfang der 90er Jahre.

In den fünfziger Jahren wurde auf der Halbinsel Eiderstedt eine höhere Zahl von Infektionen beim Menschen festgestellt. 2011 wurde bei einem Mann eine Hautinfektion, die auf Francisella tularensis zurückzuführen war, diagnostiziert. Allerdings sei die Infektion von Menschen laut Umweltministerium sehr selten.

Die Krankheit kann verschiedene Verlaufsformen haben: Neben grippeähnlichen Symptomen können Hautgeschwüre (bei Infektion über Verletzungen der Haut), Lymphknotenschwellungen, Blasenbildung im Mund- und Rachenraum oder Lungenentzündung (nach Einatmen) sowie Fieber auftreten. Die Infektion kann insbesondere bei Betroffenheit der Lunge tödlich verlaufen, sie ist jedoch medikamentös behandelbar. Wichtig ist bei einem Verdacht auf eine Infektion daher, rasch einen Arzt aufzusuchen und beim Nachweis ein rascher Therapiebeginn.

Beim Tier treten neben akuten Verläufen mit Fieber und Schwäche, die innerhalb weniger Tage zum Tod führen, auch Formen mit Organveränderungen auf. Hier kommt es zu vergrößerten Lymphknoten, Milz und Leber. Häufig treten weiße stecknadelkopfgroße Herde an den genannten Organen auf.

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