Streit um Windmesse : Hamburger beenden Plakataktion in Husum

"See you in Hamburg": Mit diesem Slogan wirbt die Messegesellschaft Hamburg für ihre eigene Windenergiemesse in Husum. Nun rudern die Hamburger zurück.

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16. September 2012, 09:47 Uhr

Husum/Hamburg | Die Wogen kochten hoch im Streit um die Plakataktion der Messegesellschaft Hamburg in Husum. Mit dem Slogan "See you in Hamburg" wendet sich die Messegesellschaft mit Plakaten in der nordfriesischen Kreisstadt gezielt an Aussteller und Besucher der Husumer Windmesse.
Nun rudert die Messegesellschaft zurück: Die Werbeplakate der WindEnergy Hamburg in Husum sollen schnellstmöglich überklebt werden. Die Werbung sei schon vor Monaten gebucht worden, lange bevor die Mediationsgespräche zwischender Hamburg Messe und Congress GmbH und der Husumer Wirtschaftsgesellschaft mbHbegannen. "Wir wollten und wollen nicht während der Verhandlungen für Unruhe sorgen", betonte der Unternehmenssprecher der Hamburg Messe und Congress GmbH, Karsten Broockmann. Die Plakate würden daher wieder überklebt. "Wir bedauern das unglückliche Zusammentreffen derschon langfristig eingebuchten Plakatierung mit den seit wenigen Wochen laufendenGesprächsterminen."
Die Hamburger wollen die Veranstaltung ab 2014 in die Hansestadt holen
In Husum werden vom 18. bis 22. September 2012 rund 1200 Aussteller und mehr als 36.000 Messebesucher aus 90 Ländern erwartet. Die Hamburger wollen die erfolgreiche Veranstaltung ab 2014 in die Hansestadt holen.
Husum ist "Erfinder" der Windenergiemesse. Als "Husumer Energietage" startete die Veranstaltung im Jahr 1989. Die Kombination aus Messe und Kongress gilt mittlerweile als internationale Leitmesse der Windenergie-Branche. Sie läuft alle zwei Jahre im Wechsel mit der Hannovermesse. Bei der Messe Husum war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Callsen: Albigs "Strategie der warmen Worte" habe völlig versagt
Von einer beispiellosen Unverschämtheit sprach der Kieler CDU-Fraktionschef Johannes Callsen. "Plakatflächen an Messen werden nicht von heute auf morgen gebucht", meinte er. Schon als die Hamburger Messegesellschaft in eine Mediation unter Moderation der Unternehmensverbände einwilligte, müsse die Plakataktion zumindest geplant gewesen sein.
Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz lasse Ministerpräsident Torsten Albig (beide SPD) wie einen dummen Schuljungen aussehen, befand Callsen. Albigs "Strategie der warmen Worte" gegenüber Hamburg in Sachen HusumWind habe völlig versagt.

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