Hooge und Langeneß : Hallig-Konzerte: Kuscheln mit den Künstlern

Dicht dran an den Künstlern sind die Gäste der Kultur auf den Halligen, wie beim Auftritt von Ray Wilson. Foto: sh:z
Dicht dran an den Künstlern sind die Gäste der Kultur auf den Halligen, wie beim Auftritt von Ray Wilson. Foto: sh:z

Purple Schulz, Fools Garden, Santiano und weitere Bands rocken ab 6. Juli Hooge und Langeneß.

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02. Juli 2013, 08:20 Uhr

Schlüttsiel | "Ich habe drei Leidenschaften - die Musik, die Nordsee und Dinge organisieren." Vor einigen Jahren saß Malte Jochimsen auf dem Deich in Schlüttsiel (Kreis Nordfriesland) und ließ seine Gedanken bei einem Flens um diese drei Leidenschaften kreisen. Ergebnis ist ein kleines, außergewöhnliches Kulturfestival, das seit 2009 auf den Inseln gastiert, die meist im Schatten großer Ferienhochburgen wie Sylt oder Föhr stehen. "Kultur auf den Halligen" ist der Titel eines unternehmerischen Risikos, denn namhafte Künstler nach Hooge oder Langeneß zu locken, ihre Gagen zu bezahlen und dabei wirtschaftlich im grünen Bereich zu bleiben, war von Null auf Hundert kein leichtes Unterfangen.
Dem ersten, den der Heimat verliebte Kapitän des Festivals von seiner Vision auf dem Deich erzählte, war Gerd Karau, Gastwirt in der Hilligenley auf Langeneß. Seine Antwort war klar und friesisch knapp: "Mok man". Da wusste Malte Jochimsen: Das kann klappen. Der Erfolg gibt dem kleinen Event-Team und vielen freiwilligen Helfern recht. Neun Konzerte stehen vom 6. Juli bis 5. Oktober an. Den Auftakt macht "Purple Schulz" auf Hooge, gefolgt von "Fools Garden", Sabine Kaack oder die Rostocker Irish-Folk-Band Sally Gardens. Die drei geplanten und das vierte zusätzliche Konzert der Seemannsrocker von Santiano sind allesamt ausverkauft. Die Küstenjungs rocken vom 15. bis 18. August vier Abende hintereinander Langeneß. Konzertbesucher müssen natürlich nicht auf den Halligen übernachten. Im Eintrittspreis inklusive ist eine Hin- und Rückfahrt mit der Fähre von Schlüttsiel. Die Anreise erfolge stressfrei ohne Parkplatzsuche mit der "MS Seeadler" und Kapitän Heinrich von Holdt, oft sind die Künstler und ihre Technik mit an Bord.

Durch gute Kontakte auf die Hallig

Der Macher des Festivals wollte nicht nur mehr Kultur auf seine geliebten Halligen bringen. "Mich störte bei anderen Konzerten immer die Distanz zu den Künstlern, die fast schon steril durchorganisierten Veranstaltungen, denen man nicht mehr anmerkt, wo sie überhaupt stattfinden." Das muss doch anders gehen, auch ohne VIP-Karte und Backstage-Ausweis, dachte sich Jochimsen - in Erinnerung an die Konzerte, die er als Kind auf Pellworm erlebte. Eine gemütliche, schöne Gemeinschaft, in der jeder zur Unterhaltung beitrug. "Ich weiß, das klingt ganz schön kitschig, doch diese Beschreibung kommt unseren heutigen Konzert-Erlebnissen sehr nahe", sagt der Nordfriese aus Leidenschaft. Einen Hallig-Tag in vollen Zügen genießen - so lautet das Ziel für die Besucher und die Künstler. Als Auftrittsorte dienen keine Säle, sondern Scheunen. Vor den Konzerten wird gegrillt.
Wie kommen die Künstler auf die Hallig? "Durch gute Kontakte", sagt Jochimsen, wie zu den Veranstaltern des Wacken Open Air. Der familiär friesische Esprit der Halligkonzerte ist in Künstlerkreisen bekannt. "Viele kommen nun von sich aus auf mich zu", sagt Jochimsen. www.kulturaufdenhalligen.com

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