Automaten-Verband : Härtere Konsequenzen für Überfälle gefordert

Bewaffnete Überfälle scheinen sich zu häufen. In den vergangenen Wochen raubten maskierte Täter sechs Spielhallen aus.

Avatar_shz von
17. März 2011, 07:14 Uhr

Itzehoe/Kiel | Maskierte Personen dringen in eine Spielhalle ein, bedrohen die Aufsicht mit einer Waffe und fordern Bargeld. In weniger als einer Minute ist alles vorbei. Vier Überfälle in den vergangenen vier Wochen allein im Kreis Steinburg: Immer öfter scheinen Spielhallen in Schleswig-Holstein das Ziel von Räubern zu sein. Auch in Albersdorf (Kreis Dithmarschen) und in Husum (Kreis Nordfriesland) schlugen sie am Wochenende zu.
Wolfgang Voß, 1. Vorsitzender vom Automaten-Verband Schleswig-Holstein, macht sich Sorgen: "Es ist schlimm. Genaue Zahlen habe ich zwar nicht, aber in Gesprächen gewinne ich den Eindruck, dass es mehr wird." Dabei sieht Voß das Problem nicht nur bei Spielhallen. "Generell scheint sich so etwas zu häufen, seien es Geschäfte, seien es Tankstellen", sagt er und sieht ein gesellschaftliches Problem. "Früher wurde vielleicht mal ein Apfel geklaut, heute wird jemand überfallen. Den Tätern ist wohl nicht mehr bewusst, was sie unserem Personal damit antun und anscheinend auch nicht, was sie selbst für ein großes Risiko eingehen", sagt Voß.
Viel Risiko für geringe Beute
Das bestätigt auch Michael Baudzus, Sprecher der Polizeidirektion Itzehoe (Kreis Steinburg): "So ein Überfall ist ein Verbrechen, das mit einer Mindeststrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird. Und die Aufklärungsquote ist hoch." Viel Risiko also für eine geringe Beute, meint Wolfgang Voß: "In der Kasse dürfen maximal 500 Euro sein. Das andere Geld ist in einem Zeitschloss-Tresor. Darauf zu warten, dass der sich öffnet - so viel Zeit hat kein Räuber."
Eine Lösung für das Problem sieht Voß jedoch nicht. "Wir wissen auch nicht, was wir noch machen sollen", sagt er. Spielhallen sind häufig 24 Stunden geöffnet. "Eine Begrenzung der Öffnungszeiten auf beispielsweise 22 Uhr würde das Risiko für die Täter, entdeckt zu werden, erhöhen", schlägt Michael Baudzus vor. Für Wolfgang Voß ist das jedoch kein Lösungsansatz. "Die Überfälle passieren auch tagsüber und auch, wenn mehrere Kunden da sind." Vielmehr müssten die Konsequenzen für die Täter härter werden: "Ein ermahnender Zeigefinger reicht einfach nicht mehr aus, wenn jemand erwischt wurde."
In Steinburg laufen die Ermittlungen zur aktuellen Serie von Raubüberfällen derweil auf Hochtouren. Baudzus: "Ich bin mir sicher, dass wir auch diese Täter schnappen werden."
(os, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen