Verseuchter Mais : Händler liefert Schimmel-Futter an 37 Höfe im Norden

Der betroffene Hersteller aus Schleswig-Holstein stellte Ferkelfutter her. Foto: dpa
Der betroffene Hersteller aus Schleswig-Holstein stellte Ferkelfutter her. Foto: dpa

Kontrolleure des Landes untersuchen vier Futtermittelproben von Bauernhöfen auf Schimmelpilzgift. Die Vertriebswege eines betroffenen Futterhersteller sind jetzt bekannt.

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05. März 2013, 11:13 Uhr

Kiel | Keine belastete Milch, aber noch Verdacht beim Verzehr von Innereien: Nach der Entdeckung von Schimmelgift in Futtermitteln hat Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Montag Entwarnung gegeben. Am Abend bestätigte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen: Alle Milchproben sind unbedenklich.

Auch Schleswig-Holstein arbeitet den Futtermittelskandal auf. Kontrolleure des Landeslabors entnahmen seit Freitag vier Proben von Bauernhöfen, die direkt aus Niedersachsen verdächtige Lieferungen bezogen und noch Restbestände hatten. Dies teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Die Untersuchungsergebnisse werden am Mittwoch erwartet.

Die Vertriebswege des Futtermittelherstellers sind bekannt

Die Futtermittel-Restbestände bleiben gesperrt. Milchviehbetriebe seien nach bisherigen Erkenntnissen weiter nicht betroffen. Außer zehn Betrieben, die direkt aus Niedersachsen Futtermittel erhielten, wurde ein Hersteller im Norden beliefert. Dieser stellte mit der Lieferung Ferkelfutter in unterschiedlichen Einmischraten her, gab das Ministerium an. Auch aus seinem Bestand wurden Proben genommen.

Die Vertriebswege des Futtermittelherstellers sind inzwischen bekannt. So wurden 37 Landwirte in Schleswig-Holstein und vier in Mecklenburg-Vorpommern beliefert. Außerdem ging eine Lieferung an einen Mischfutterhersteller in Schleswig-Holstein, vier Lieferungen an einen weiteren Mischfutterhersteller und drei an ein Mischfutterwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Alle Betriebe wurden informiert, ebenso die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern. Zahlreiche Betriebe vor allem in Niedersachsen, aber auch in anderen Ländern hatten aus Serbien Futtermais bekommen, der mit krebserregendem Schimmelpilz verseucht ist.

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