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Bedrohte Meeressäuger : Habeck sucht Kompromiss in Sachen Schweinswalschutz

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Freiwilligkeit statt Zwang: Im Streit um den Schutz der Schweinswale in der Ostsee geht Umweltminister Habeck auf die Fischer zu. Er will mit ihnen und Naturschutzverbänden über freiwillige Schutzmaßnahmen für die bedrohten Meeressäuger verhandeln.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2013 | 13:26 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) will gemeinsam mit Fischerei- und Naturschutzverbänden eine Vereinbarung zum Schweinswalschutz erarbeiten. Solange dieser konstruktive Dialog laufe, werde er die ursprünglich geplante Einschränkung der Fischerei durch eine Änderung der Küstenfischereiverordnung ruhen lassen, sagte Habeck am Mittwoch. Ziel der Gespräche sei ein substanzieller Schutz von Schweinswalen und Tauchenten einerseits und der Erhalt der handwerklichen Küstenfischerei andererseits, sagte der Minister. Immer wieder verenden Schweinswale und Wasservögel, weil sie sich in den Maschen der Stellnetze verheddern.

Ursprünglich hatte Habeck eine Ausweitung von Schutzzonen in Flachwasserbereichen der Ostsee, den bevorzugten Jagdgebieten der Schweinswale, geplant. Dieses Vorhaben war jedoch auf massive Kritik der Fischereiverbände gestoßen. Jetzt sollen diese darlegen, wie ein wirksamer Schutz aus ihrer Sicht aussehen und wie er verbindlich umgesetzt werden könnte, sagte Habeck. Das Ergebnis soll von den Naturschutzverbänden mitgetragen werden.

Der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marckwardt, sagte eine konstruktive Mitarbeit zu. Auf der Basis einer Selbstverpflichtung könne man sich einiges vorstellen, meinte er. Auch der Fischereischutzverband der nebenberuflichen Fischer versprach Zusammenarbeit.

Die Naturschutzverbände reagierten dagegen zurückhaltend auf Habecks Ankündigung. Der Nabu-Landesvorsitzende Hermann Schultz sagte, sein Verband erwarte weitreichende Zugeständnisse der Fischer, die denselben Schutz sicherstellen, wie eine Ausweitung der Schutzzonen. In einem offenen Brief an die Landtagsabgeordneten kritisierte Schultz den offensichtlichen Verrat am Schutz von Schweinswalen und Seevögeln scharf. Der Vorsitzende des Landesnaturschutzverbandes Schleswig-Holstein, Volkher Looft, sagte, sein Verband sei zwar nicht zufrieden. Er wolle aber darauf hinwirken, dass die freiwilligen Verpflichtungen energisch in Angriff genommen und umgesetzt werden.

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