Mehr Biotope : Habeck plant neues Naturschutzgesetz

Ein Wildpferd der Rasse „Konik“ steht auf einer Wiese vor einem Wasserloch.
Die Wildpferde „Koniks“ leben auf der Halbinsel Geltinger Birk an der Ostsee und können das ganze Jahr im Freien verbringen. Lebensraum wie diesen will Umweltminister Robert Habeck mit neuen Vorschriften schützen.

Mehr Biotope, mehr Naturwald und ein Vorkaufsrecht für wertvolle Naturgebiete: Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck strebt ein neues Landesnaturschutzgesetz an. Intakte Natur soll dem Menschen dienen, ihm Heimat sein und Freiräume bieten.

shz.de von
30. März 2014, 16:05 Uhr

Neumünster | Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hat ein neues Landesnaturschutzgesetz angekündigt, das die Bedeutung intakter Natur für den Menschen unterstreicht. „Wir sollten die Bedeutung des Naturschutzes für uns Menschen in der Präambel festhalten“, sagte Habeck am Sonntag in Neumünster auf der Landesvertreterversammlung des Naturschutzverbandes Nabu. Es mache Sinn, die Verinselung von Naturräumen aufzuheben und diese besser zu vernetzen, entsprechend sollten wir dafür ein Vorkaufsrecht einführen. „Aber wir sollten es auf die Kulissen konzentrieren, die besonderen Wert haben.“ 

Die Zielmarge für Vorranggebiete für Natur solle auf 15 Prozent angepasst werden. „Und als besondere Biotope sollten wir die alten, ungedüngten und lange nicht mit Pestiziden behandelten Wiesen mit aufnehmen.“ 10 Prozent der Landesforsten will Habeck als Naturwald ausweisen. Er appellierte an Privatbesitzer, dem Beispiel zu folgen.

„Naturschutz gilt immer als Einschränkung oder gar Verbot“, sagte der Grünen-Politiker. „Aber das ist ein sehr einseitiger Blick. Mit dem Schutz der Natur sichern wir uns als Menschen Räume, die unser Leben reicher machen, die uns Erlebnisse und Erfahrungen geben, ohne die unser Leben ärmer wäre. Wir schützen einen Raum, den wir gern auch Heimat nennen dürfen.“ Naturschutz sei die Voraussetzung, Heimat nicht nur als Produktionsstandort wahrzunehmen, sondern auch buchstäblich als Frei-Raum: „Natur macht Freiheit erfahrbar.“ 

„In dem Maße, wie wir das Land intensiver nutzen, etwa durch die Energiewende, den Autobahnausbau, neue Industrie- und Gewerbeflächen, wächst die Herausforderung, auch die Rückzugsräume für das Erlebnis von Natur und Vielfalt zu bewahren“, sagte Habeck und betonte: „Naturschutz dient den Menschen in Schleswig-Holstein.“ 

Auf der Landesvertreterversammlung bestätigten die rund 70 Wahlberechtigten den bisherigen Vorstand. Hermann Schultz (65), seit 1987 Landesvorsitzender, wurde für weitere vier Jahre gewählt. Stellvertretende Vorsitzende sind Fritz Heydemann und Oscar Klose.

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