Anti-Noten-Verordnung : Grundschulen in SH geben weiter Schulnoten

Nur 13 Prozent der Schulen werden die Anti-Noten-Verordnung anwenden. Ex-Ministerin Wende hatte Noten abgeschafft.

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05. Dezember 2014, 13:16 Uhr

Kiel | Die meisten Grundschulen in Schleswig-Holstein werden auch in Zukunft Noten geben. Bei einer Umfrage des Bildungsministeriums kündigten nur 65 der landesweit 482 Grundschulen an, auf Berichtszeugnisse umzusteigen, berichtete das Ministerium am Freitag. 417 Grundschulen - das sind 86,5 Prozent - hätten beschlossen, in Klasse vier und teils auch in Klasse drei weiterhin Noten zu geben.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) betonte die Eigenverantwortung der Grundschulen in dieser Frage. Ernsts Vorgängerin Waltraud Wende (parteilos) hatte in einer Verordnung die Noten abgeschafft, den Grundschulen aber die Entscheidung überlassen.

Die CDU-Fraktion will im Januar im Landtag den Antrag stellen, die „Anti-Noten-Verordnung“ abzuschaffen. Damit erhalte Ministerin Ernst die Chance, „ihre Entscheidung für diese leistungsfeindliche Anti-Noten-Politik gegen die Interessen der Menschen in Schleswig-Holstein zu korrigieren“, erklärte die Bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Heike Franzen, dazu in Kiel.

„In fast 90 Prozent der Schulkonferenzen haben sich Eltern und Lehrkräfte für Noten entschieden“, betonte Franzen. Das Ministerium hatte die Zustimmung der Schulkonferenz und der Mehrzahl der Lehrkräfte zur Bedingung gemacht, damit eine Schule an Noten festhalten kann. Das Ministerium will an der Verordnung festhalten. Viele Schulen kombinierten Noten und Berichtsteile. Bei den Berichtsteilen handele es sich mal um ausformulierte Erläuterungen der Note und mal um sogenannte Kompetenzraster - quasi Kreuzchen-Zeugnisse.

Bis zum Sommer 2015 will das Ministerium in Kooperation mit der Uni Kiel ein Muster-Rasterzeugnis entwickeln. Es soll dann bisher unterschiedliche Zeugnisformen an den Schulen ersetzen.

Nach Einschätzung der CDU müssen die Grundschulkinder, die keine Noten bekommen, „massive Nachteile beim Wechsel auf die weiterführende Schule befürchten“.

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