Hafen Itzehoe : Großfeuer vernichtet zwei Getreidehallen

Großeinsatz: Wehren aus dem ganzen Kreis kämpften gegen den Brand - und um das hohe Silo in der Bildmitte. Foto: Ehrich
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Großeinsatz: Wehren aus dem ganzen Kreis kämpften gegen den Brand - und um das hohe Silo in der Bildmitte. Foto: Ehrich

Ein Brand bei den Mühlenwerken Rusch im Itzehoer Hafen hat zwei Hallen komplett zerstört. Die Ursache ist noch nicht geklärt - es könnten Dacharbeiten gewesen sein.

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30. März 2011, 12:34 Uhr

itzehoe | Am Dienstagmorgen ist das Feuer noch immer nicht aus, aber nach Angaben eines Feuerwehrsprechers soweit unter Kontrolle. Die Glutnester werden mit Schaum besprüht, das Gebäude ist teilweise eingestürzt. Es besteht auch weiterhin Einsturzgefahr. Deshalb könne man das Feuer noch nicht komplett löschen. Am Vormittag zogen die meisten Einsatzkräfte dann ab - am Mittag hielt eine Handvoll noch Brandwache.
Der Großbrand war am Montagnachmittag ausgebrochen und hat zwei Lagerhallen der Mühlenwerke Rusch am Suder Hafen in Itzehoe zerstört. Der Schaden ist immens, konnte aber noch nicht beziffert werden. Von mehreren Millionen Euro spricht die Feuerwehr. Allein die gelagerten rund 20.000 Tonnen Weizen und Raps für 280 Euro je Tonne ergeben 5,6 Millionen. Möglicherweise werden sie noch in Biogasanlagen verfeuert.

Knallend flogen Eternitplatten hoch
Um 17.30 Uhr kam der Alarm - und schon an der Wache in der Hindenburgstraße wies schwarzer Rauch den Feuerwehrleuten den Weg. Er zog über den Südosten der Stadt und war weithin im Kreis zu erkennen. Als die Helfer eintrafen, brannte eine 25 mal 60 Meter große Lagerhalle vollständig, knallend flogen Eternitplatten davon. Die Flammen hatten bereits auf die 25 mal 25 Meter große Nachbarhalle übergegriffen, so Wehrführer Peter Happe. Immer mehr Wehren kamen zu Hilfe, von Glückstadt bis Wrist. Die Hallen waren laut Rusch-Geschäftsführer Dr. Reinhold Schierbrock etwa zur Hälfte mit Weizen und Raps gefüllt, die Polizei sprach von rund 30.000 Tonnen.
Das größte Ziel: das angrenzende Silo retten. Die Förderanlage sei bereits in Brand geraten, schilderte Happe. Rohre waren heruntergefallen. Helfer von der Kellinghusener Wehr behielten die Durchbrüche im Auge und hielten mit den Schläuchen darauf, sobald Flammen zu sehen waren. Fast zwei Stunden nach Brandausbruch sagte Happe: "Wir haben das Feuer gestoppt, es läuft nicht in die Silos." Doch unter Kontrolle war es aus seiner Sicht erst eine halbe Stunde später.

Flächen- und Buschbrände durch glühende Teile
Etwa eine halbe Stunde vor Ausbruch des Brandes war bei Rusch Feierabend gewesen. Geschäftsführer Schierbrock eilte nach dem Alarm sofort an den Hafen. "Das ist Gottseidank ein abgetrennter Gebäudebereich, der mit der Mühle nicht direkt in Verbindung steht", sagte er. Die Brandursache steht nicht fest, doch Schierbrock hatte eine Vermutung: "Hier sind Dacharbeiten. Wir kriegen eine Solaranlage."
Die Wehren hatten auch in der Umgebung zu tun: Glühende Teile lösten Flächen- und Buschbrände aus, Tankfahrzeuge mussten an einer Stelle vorsorglich entfernt werden. Doch dann wurde der Rauch über den Hallen heller - ein gutes Zeichen. Die Brandorte wurden mit Schaum eingedeckt, das Getreide wollte Happe nach und nach herausholen und ablöschen lassen. Es wurde noch ein langer Abend für die Feuerwehren.
(lpe, lno, shz)

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