Abschied von Handball-Idol : Großes Finale für Lars Christiansen

Verabschiedet sich aus der Handball-Bundesliga: Lars Christiansen. Foto: Dewanger
Verabschiedet sich aus der Handball-Bundesliga: Lars Christiansen. Foto: Dewanger

Am Sonntag pilgern die Handball-Größen nach Flensburg. Sie alle wollen an der Förde einen Mann gebührend verabschieden: den dänischen Rekord-Nationalspieler Lars Christiansen.

shz.de von
15. August 2010, 05:39 Uhr

Christiansen zählt wegen seines zurückhaltenden Wesens zu den sympathischsten und erfolgreichsten Figuren der Handball-Bundesliga. Gegner wie Freunde haben ihr Kommen zugesagt. Die Schweden Stefan Lövgren und Magnus Wislander, die einst beim THW Kiel Regie führten, dem ewigen Rivalen der SG Flensburg-Handewitt. Mit dabei sind am Sonntag natürlich auch Weggefährten aus Flensburg: Joachim Boldsen, Sören Stryger oder Glenn Solberg.
Das offizielle Abschiedsspiel soll um 15 Uhr in der Campushalle mit gleich vier Teams steigen, weil so viele prominente Gäste zugesagt haben. Neben der SG Flensburg laufen auch eine Weltauswahl, eine dänische Auswahl-Mannschaft und ein SG-Legenden-Team auf.
Zweitbester Werfer nach Kyung-Shin Yoon
Christiansen glaubt, dass er seine Gefühle dann nur schwer kontrollieren können wird. "Dann werde ich die Tränen wohl nicht zurückhalten können", sagte der 38 Jahre alte Linksaußen im Vorfeld.
Gewürdigt werden sollen auch die Stationen seiner Karriere: Mit 2875 Toren in der Bundesliga hält Christiansen nach Kyung-Shin Yoon (2905) den zweitbesten Wert in der 33-jährigen Geschichte. Davon allein 1224 Treffer per Strafwurf - das ist Bundesliga-Rekord. Mit der SG Flensburg holte er 2004 die Meisterschaft und den Pokal (2003- 2005). Und seinen wohl größten Triumph feierte er mit Dänemark beim Gewinn des EM-Titels 2008 in Norwegen.
Christiansen verbringt drei weitere Jahre in Kolding
Schon im letzten Bundesliga-Heimspiel flossen viele Tränen und zwar nicht nur bei SG-Gesellschafter Manfred Werner, der Christiansen verabschiedete. Die SG-Fans verehren den Profi, der 1996 aus Kolding nach Flensburg kam, mit seinem außergewöhnlichen Wurf-Repertoire brillierte und allen Angeboten aus dem Ausland trotzte. Erst vor ein paar Tagen zeichnete die Stadt Flensburg den vereinstreuen Spieler aus, indem sie den Platz vor der Campushalle nach ihm benannte.
Am Sonntag verlässt Lars Christiansen endgültig die deutsche Handball-Bühne, um seine letzten drei Jahre als Handballprofi im nahen Kolding zu verbringen. "Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist", sagt er. Nach dem Abschiedsspiel wird die SG dann Christiansen auf einem großen Fest mit mehr als 200 geladenen Gästen feiern.

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