Niebüll : Großalarm: Säure-Austritt am Bahnhof

Vorsorglich bezogen DRK-Bereitschaften und Rettungsdienste Posten im Gewerbegebiet. Foto: uw
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Vorsorglich bezogen DRK-Bereitschaften und Rettungsdienste Posten im Gewerbegebiet. Foto: uw

Die Flüssigkeit ist ätzend und entzündlich: Gefährliches Essigsäureanhydrid tropfte aus einem Kesselwaggon am Niebüller Bahnhof. Mit dem Eisenbahnbundesamt werde derzeit besprochen, wie und wann die Chemikalie in einen anderen Kesselwagen umgepumpt werde, sagte die Husumer Polizeisprecherin Kristin Stielow.

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19. September 2008, 07:05 Uhr

Niebüll | Das Leck in einem Kesselwaggon, gefüllt mit einer ätzenden Flüssigkeit, löste Donnerstag Mittag einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehren, dem Technischen Hilfswerk, DRK-Bereitschaften und Rettungskräften aus. Essigsäureanhydrid tröpfelte aus dem 56.000 Liter fassenden Kesselwaggon. Die Fracht war für einen Betrieb in Dänemark bestimmt. Der Gefahrtgutbebautragte des Transportunternehmens hatte das Leck entdeckt und sofort die Rettungsleitstelle alarmiert.
Rund um den einsam stehenden Waggon am Ende des Prellbockes wurde binnen einer knappen Stunde ein Sperrgürtel von 400 Metern gezogen. Feuerwehr, und Bundespolizei machten die Zufahrten zum Gewerbegebiet Süd dicht. Vorsorglich wurden auch Betriebe aus diesem Bereich evakutiert. Auf dem Parkplatz gegenüber der Feuerwache bezogen Rettungsdienste sowie die DRK-Bereitschaften aus Niebüll, Leck und Bredstedt Position.

"Es war eine reine Vorsichtsmaßnahme" betonte Wehrführer Uwe Mussack zu der zunächst an die Bevölkerung herausgegebene Warnung, Fenster und Türen geschlossen zu halten. "Das Leck ist provisorisch geschlossen", meldete Niebülls Wehrführer gegen 15 Uhr. Damit hatte der Löschzug Gefahrgut des Kreises Nordfriesland die Gefahr einer Ausbreitung gebannt. Bis dahin, so der Pressesprecher des Kreises, Hans-Martin Slopianka am Nachmittag, hätte die Möglichkeit bestanden, dass sich eine Giftwolke entwickelt, die bei bestehendem leichten Ostwind Richtung Rathausstraße und Umgebung gezogen wäre.

Die Niebüller Wehr wandte sich an die bundesweite Beratungsstelle für Chemieunfälle. Von dort wurde die Werksfeuerwehr eines Chemiekonzerns in Brunsbüttel verständigt. Die Fachleute trafen am späten Nachmittag ein.

Betrofffen war vor allem der Autozugverkehr von und nach Sylt, der komplett eingestellt wurde. Das Gleis mit dem defekten Waggon befindet sich in unmittelbarer Nähe der Autoverladung. Zeitweise kam es zu Staus bis zum Kreisel "Ich weiß nicht, wie lange es dauert. Sie können warten oder über Röm mit der Fähre nach Sylt fahren", lautete die immer gleiche und gleichbleibend freundliche Empfehlung der Polizeibeamten am Kreisel. Ein Autozug, der gerade im Anrollen und bei Auslösen des Alarms gestoppt worden war, wurde gegen 17 Uhr hereingelotst und unter Begleitung durch die Feuerwehr entladen.

"Es hat definitiv keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden", erklärte Wehrführer Uwe Mussack am späten Nachmittag.

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