Steine im Watt : Greenpeace startet Aktion auf Sylt

Die Umweltorganisation Greenpeace setzt das umstrittene Versenken von Steinen im Meer vor Sylt aus - und kommuniziert mit dem Bundesumweltministerium.

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21. August 2008, 10:37 Uhr

"Die Witterung erlaubt es zur Zeit nicht, mit dem Schiff aus dem Hafen herauszufahren", sagte die Meeresexpertin von Greenpeace, Iris Menn, am Mittwoch in Hamburg. Mit den tonnenschweren Steinen soll das Außenriff westlich der Insel geschützt und Schleppnetzfischerei dort verhindert werden.
Unterdessen sei es am Mittwoch zu einer Konferenzschaltung mit dem Bundesumweltministerium gekommen, sagte Menn. "Dabei ging es um naturschutzfachliche Bewertungen unserer Aktivität", erklärte die Sprecherin. Das Ministerium habe sich über Art und Beschaffenheit der Steine, über Versenkungsorte und mögliche ökologische Auswirkungen informiert. Zwar sei das Gespräch "fruchtbar und konstruktiv" gewesen. "Nach unserer Einschätzung geht dies aber am Kern vorbei", sagte Menn. Es gehe vielmehr um eine politische Diskussion über die gemeldeten Schutzgebiete und deren Umsetzung. Da sei nach wie vor Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gefragt.
Nach Ansicht von Greenpeace finden keine Maßnahmen zum Schutz der Fische statt
"Wenn wir überhaupt von Auswirkungen und deren naturschutzfachlicher Bewertung sprechen, sollten zuallererst die Auswirkungen des Sand- und Kiesabbaus und der Fischerei untersucht werden", sagte Menn. Die Beweislast müsse bei den Nutzern liegen; sie müssten nachweisen, dass die Arten und Lebensräume des Schutzgebietes nicht negativ beeinflusst würden.
Das 5500 Quadratkilometer große Gebiet war seit vier Jahren ein von der Bundesregierung bei der Europäischen Union gemeldetes "Natura 2000"-Schutzgebiet. Nach Ansicht von Greenpeace finden aber keine Maßnahmen zum Schutz der Fische statt, außerdem gebe es keine Beschränkungen für die Fischerei. Daher habe die Umweltorganisation die Aktion gestartet.
Die Kutterfischer hatten Greenpeace vorgeworfen, mit ihrer Aktion letztendlich das Gegenteil von dem zu bewirken, was sie wollten. Die Behinderung der Schleppnetzfischerei führe dazu, dass das Gebiet verstärkt von Stellnetzfischern genutzt werde. In ihren Netzen verendeten regelmäßig Schweinswale.

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