zur Navigation springen

Marine-Törn : Gorch Fock umrundet erstmals Kap Hoorn

vom

Das Segelschulschiff Gorch Fock hat die Spitze Südamerikas umsegelt. Damit ist der weiteste Punkt des Törns erreicht. Allerdings nicht mit der Originalbesatzung.

"Bergfest" auf der Gorch-Fock-Reise: Die Dreimast-Bark hat das Kap Hoorn umrundet und ist jetzt wieder auf der Rückfahrt Richtung Kiel. "Das widrige Wetter und die grobe See der letzten Tage konnte den Großsegler nicht abhalten", heißt es seitens der Marine. Die gesamte Besatzung war an Deck und ließ sich den historischen Augenblick nicht entgehen. "Jeder wollte einen Blick auf den gut 400 Meter hohen Felsen werfen, der seit Jahrhunderten bei Seefahrern berüchtigt ist." Die günstige Windrichtung habe einen sehr nahen Abstand gefahrlos ermöglicht. "Unter Sturmbesegelung segelte die "Gorch Fock" erstmalig in ihrer 52-jährigen Geschichte am Kap Hoorn vorbei - im Abstand von nur knapp einer Seemeile."
Erstmals in der Geschichte fährt das Segelschulschiff aber auch ohne die eigentliche Besatzung, die Offiziersanwärter, ihren Törn zu Ende. An Bord der Gorch Fock befindet sich eine Besatzung von etwa 200 Mann - anstelle der Offiziersanwärter hat eine Segelcrew die Weiterfahrt übernommen. Die Anwärter hatten das Schiff verlassen, nachdem im November vergangenen Jahres eine Obermaatin aus 27 Metern Höhe an Deck gestürzt war und starb. Die Segelausbildung auf einem Traditionssegler wie der Gorch Fock, bei der die Segel in großer Höhe ohne Sicherung gesetzt werden, geriet daraufhin stark in die Kritik. Der Offiziersanwärter-Jahrgang flog kurze Zeit später nach Flensburg und setzt mittlerweile seine Ausbildung auf anderen Schiffen fort.
Nächster Jahrgang kommt wieder auf die Gorch Fock
Doch die Gorch Fock fährt weiter. "An Bord sind jetzt sie Stammbesetzung und eine Segelcrew von 60 Mann", erklärt Fregattenkapitän Alexander von Heimann. Das Segelschulschiff besucht planmäßig ausländische Häfen, wo die Besatzung als "Botschafter in Blau" auftritt. "Die Offiziersanwärter sind zurzeit auf den Fregatten Brandenburg, Rheinland Pfalz und Berlin unterwegs", so von Heimann. Der kommende Jahrgang, der am 1. Juli antritt, wird dann wohl wieder auf der Gorch Fock lernen, bestätigt von Heimann. So zumindest der derzeitige Plan.
Derzeit befindet sich die die Gorch Fock bei einen Bunkerstopp im argentinischen Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Im Anschluss geht es westwärts noch einmal am Kap Hoorn vorbei und dann an der Westküste Südamerikas in nördliche Richtung nach Valparaiso (Chile). Von nun an kommt die Dreimastbark mit jeder Seemeile der Heimat wieder ein Stück näher.
Das auf etwa 56 Grad südlicher Breite liegende Kap Hoorn stellt den am weitesten entfernten Punkt der gesamten Reise dar, rund 15.000 Kilometer Luftlinie vom Heimathafen Kiel entfernt. Seit Auslaufen aus Kiel am 20. August 2010 hat das Schiff rund 16.000 Seemeilen zurückgelegt, was etwa 30.000 Kilometern entspricht - davon 90 Prozent unter Segeln.
(mn, shz)

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jan.2011 | 02:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen