Techniker Krankenkasse : Glücklich-depressiv: Was Studien über Schleswig-Holsteiner sagen

Gut oder schlecht gelaunt - wie geht es den Schleswig-Holsteinern? Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Gut oder schlecht gelaunt - wie geht es den Schleswig-Holsteinern? Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Norddeutsche leiden laut einer Studie besonders häufig an Depressionen. Aber waren wir nicht gerade noch glücklicher als alle anderen?

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28. Januar 2015, 17:23 Uhr

Kiel/Hamburg | Hamburger lassen sich einer Studie zufolge bundesweit am häufigsten wegen Depressionen krankschreiben. Im Jahr 2013 seien unter den Versicherten der Techniker Krankenkasse pro Erwerbsperson im Durchschnitt 1,42 Fehltage angefallen, teilte die Versicherung am Mittwoch in ihrem „Depressionsatlas“ mit. Für Schleswig-Holstein ergab sich mit 1,26 die zweithöchste Zahl an Fehltagen pro Versichertem. Die höchsten Fehlzeiten gebe es in Lübeck, Neumünster und Bad Segeberg (mit jeweils 1,6) - die geringsten in den Kreisen Plön, Nordfriesland und Rendsburg-Eckernförde.

Das klingt schlimm. Aber kann das stimmen? Wurden die Schleswig-Holsteiner nicht erst vor Kurzem als glücklichste Menschen in Deutschland gekürt? Stimmt. Der „Glücklichatlas“ der Deutschen Post ergab im Oktober 2014, die Schleswig-Holsteiner haben im Zufriedenheits-Ranking zum zweiten Mal in Folge die Nase vorn - dicht gefolgt von Hamburg. Der Studie zufolge ist die Zufriedenheit mit der Arbeit, dem Einkommen und der Gesundheit überdurchschnittlich hoch. Basis war eine repräsentative Forsa-Umfrage.

Ende Dezember 2014 gab es dann noch eine gute Nachricht: Schleswig-Holsteiner haben die besten Nerven. Jeder Zweite empfinde Stress als positiv und laufe unter Druck zur Höchstform auf. Vor allem die beruflichen Herausforderungen spornen die Menschen im Land an. Das sagten sieben von zehn Schleswig-Holsteinern bei der repräsentativen Forsa-Umfrage - die übrigens auch von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegeben wurde.

Wie passt das zusammen? Sind Schleswig-Holsteiner glücklich-depressiv? „Die positiven Umfrageergebnisse zeigen das subjektive Empfinden der Befragten“, erklärt Margarita Frank, Presseprecherin der Techniker Krankenkasse in Kiel. Die aktuellen Daten aus dem Depressionsatlas hingegen basieren auf dem Gesundheitsreport, also den tatsächlichen von Ärzten ausgestellten Bescheinigungen über Arbeitsunfähigkeit. „In Schleswig-Holstein und Hamburg herrscht eine positive Grundstimmung. Das ist toll“, sagt Margarita Frank. Die aktuelle Studie hält die Sprecherin allerdings doch für aussagekräftiger: „Die aktuellen Ergebnisse zeigen, wie es tatsächlich aussieht.“

Die Techniker Krankenkasse hat die meisten Versicherten in Schleswig-Holstein. Für den Depressionsatlas wurden 185.000 Erwerbspersonen befragt.

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