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Landwehr : Glocken-Diebstahl am Nord-Ostsee-Kanal

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Dreiste Tat: In Landwehr hat ein bisher Unbekannter eine Fähr-Glocke mit nostalgischem Wert abmontiert und mitgehen lassen. Ein Zeuge konnte nur tatenlos zuschauen.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:18 Uhr

Landwehr | Vor zwei Jahren beschloss Fährkapitän Helmut Ivers eigentlich, dass 28 Jahre Schichtdienst auf dem Nord-Ostsee-Kanal ausreichen - und ging in Rente. Da den 67-Jährigen das Steuern der Fähren jedoch bis zum Schluss faszinierte, springt der Rentner auch heute noch gelegentlich ein, wenn "Not am Mann" ist.
Deshalb stand er auch Pfingstmontagabend im Führerhaus der Fähre Landwehr, auf der er 20 Jahre seinen Dienst versah - und wurde Zeuge, wie gegen 22 Uhr die Glocke am Gebäude auf der Nordseite des Kanales gestohlen wurde.

Glocke mit nostalgischem Wert


"So etwas habe ich in 30 Jahren noch nicht erlebt", sagt Ivers. "Wir waren gerade auf der Südseite, als die Glocke klingelte. Sehen konnten wir aber nichts, weil es fast schon dunkel war. Als wir halb über den Kanal rüber waren, sahen wir jemanden, der auf einem Motorroller wegfuhr. Wir dachten zuerst, dass es ein Angler war, wunderten uns jedoch, dass er sein Licht erst anmachte, als er ganz aus dem dunklen Bereich heraus war." Bei der Ankunft am Ufer hätte Ivers Decksmann dann sofort das Fehlen der Glocke bemerkt.
Nach Aussagen der Polizei handelt es sich um eine Messingglocke mit einem Gewicht von 25-30 Kilogramm. Sie sei einst für Fußgänger angebracht worden, damit sie sich in der Nacht oder bei Nebel bemerkbar machen konnten, wenn die Fähre am anderen Ufer war, erzählt Ivers. Heute hat sie eher nostalgischen Wert. "Sie hat einen schönen Klang, der weit zu hören ist. Ich glaube, es ist eine Messinglegierung, die einmal übergestrichen wurde, damit sie nicht so glänzt."
Die Polizei in Gettorf bittet um Hinweise zum Verbleib der Glocke unter der Rufnummer 04346/9022.
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