Nach Rekordhitze : Gewittersturm wütet auf Campingplatz, überflutete Straßen in Kiel

Ein Tornado wirbelte die Wohnwagen umher.
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Ein Sturm wirbelte die Wohnwagen umher.

Bereits in der Nacht zum Sonntag hatte es im Süden von SH gekracht. Ein erneutes Gewitter traf vor allem die Mitte des Landes.

shz.de von
06. Juli 2015, 16:40 Uhr

Kiel | Teils schwere Unwetter haben in Norddeutschland in der Nacht zum Montag besonders die Feuerwehren im Raum Kiel und im Kreis Rendsburg-Eckernförde auf Trab gehalten. Vor allem wegen vollgelaufener Keller und umgeknickter Bäume mussten die Einsatzkräfte in drei Stunden 43 Mal ausrücken, teilte die Feuerwehr am Montag mit. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde sei die Wehr mehr als 100 Mal gefragt gewesen, sagte ein Sprecher am Montagmorgen.

Urlaubern auf den Campingplätzen in Waabs und Karlsminde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) bescherte das Unwetter eine turbulente Nacht. Dort flogen laut Feuerwehr am späten Sonntagabend Zelte davon. Auch mehrere Wohnwagen wurden umgeweht. Zwei Menschen wurden nach Angaben einer Mitarbeiterin des Campingplatzes leicht verletzt. Rund 40 Camper mussten die Nacht zum Montag im Animationsraum des Campingplatzes verbringen, sagte die Mitarbeiterin. „Erstmal waren alle geschockt. Danach herrschte eine große Gemeinschaft - alle haben einander geholfen.“

Ein Tornado wirbelte die Wohnwagen umher.
Foto: Daniel Friederichs
Ein Sturm wirbelte die Wohnwagen umher.

Ein Sportboot wurde durch den Sturm vom Strand hochgewirbelt, kollidierte mit einem parkenden Pkw und durchbrach anschließend einen Wohnwagen. Im Gewitter hielt ein Ehepaar das Vorzelt seines Wohnwagens fest, als sich der komplette Anhänger mitsamt der kleinen Tochter losriss und über den Platz rollte. Glücklicherweise wurde das Mädchen nicht verletzt. Zwei Campinggäste wurden indes leicht verletzt. Momentan schreiten die Aufräumarbeiten voran.

Auf der B76 stockte der Verkehr wegen einer überfluteten Unterführung.
Foto: Friederichs
Auf der B76 stockte der Verkehr wegen einer überfluteten Unterführung.
 

Die B76 Ecke Alte Lübecker Chaussee wurde durch die Regenmassen überflutet. Autos blieben im hohen Wasser stecken, der Verkehr kam zum Erliegen. In Dietrichsdorf fiel ein großer Baum auf das Dach eines Einfamilienhauses und beschädigte es stark.

Ein Baum beschädigte das Dach eines Einfamilienhauses schwer.
Foto: Friederichs
Ein Baum beschädigte das Dach eines Einfamilienhauses schwer.

Im Osten und Norden Schleswig-Holsteins blieb es indes ruhig. „Außer ein bisschen Regen ist hier nichts passiert“, sagte eine Sprecherin der Rettungsleitstelle West. Ebenso in Hamburg: Hier waren die Einsatzkräfte trotz kurzen Gewitters laut Sprecher gar nicht gefragt: „Wir hatten wirklich Glück, hatten aber wegen der Hitze tagsüber genug zu tun.“

Umgestürzte Bäume sorgten auch für Schäden an Oberleitungen der Deutschen Bahn. Der Bahnverkehr zwischen Hannover und Hamburg war seit Sonntagabend gestört. Zwischen Kiel und Zürich, zwischen Kiel und Stuttgart sowie zwischen Hamburg und München wurden die Züge über Rotenburg an der Wümme umgeleitet. Dort kam es laut Bahn-Homepage zu Verspätungen. Die Behinderungen sollten demnach voraussichtlich bis zum Nachmittag anhalten.

Bereits in der Nacht zum Sonntag hatte es im Süden Schleswig-Holsteins und in Hamburg ordentlich gekracht. Im Kreis Stormarn schlugen mehrere Blitze in Häuser ein und verursachten Brände.

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